Ratgeber

PKV für Beamtenanwärter: Beihilfe, Anwärtertarif, Kosten und Fristen

Zusage in der Tasche, Dienstantritt in wenigen Wochen – und plötzlich fragt die Personalstelle nach Ihrer Krankenversicherung. Dieser Fahrplan zeigt, was als Beamtin oder Beamter auf Widerruf gilt, was es kostet und welche Fristen ab dem Tag der Ernennung laufen.

Redaktion Beihilfe-Rechner.de Aktualisiert am 12. Oktober 2026 11 Min. Lesezeit
Inhalt (12 Abschnitte)
  1. PKV für Beamtenanwärter: die vier Zahlen, auf die es ankommt
  2. Wer ist Beamtenanwärter – und für wen gelten andere Regeln?
  3. Welcher Beihilfesatz gilt für Anwärter?
  4. Fahrplan ab Zusage: Ihre ersten 30 Tage als Anwärter
  5. Fristen für Anwärter: die Übersicht mit Rechtsgrundlage
  6. PKV oder GKV als Anwärter: die Kurzantwort
  7. Was kostet die PKV für Beamtenanwärter?
  8. Vorerkrankung? Die Öffnungsaktion statt Ablehnung
  9. Anwärter mit Partner oder Kind: was zusätzlich zu klären ist
  10. Fünf typische Fehler von Anwärtern
  11. Ihr Weg nach Ausbildung und Laufbahn
  12. Nach dem Vorbereitungsdienst: Umstellung auf Probe
Das Wichtigste in Kürze
  • Beamtenanwärter sind Beamte auf Widerruf und beihilfeberechtigt: Beim Bund und in fast allen Ländern trägt die Beihilfe 50 % der Krankheitskosten, in Hessen für Anwärter und ihre Familie einheitlich 70 % (Stand Oktober 2026).
  • Den Rest versichern die meisten in einem Anwärtertarif der PKV; Beispiele 2026 liegen meist bei 70 bis 150 € im Monat.
  • Die Öffnungsaktion gilt, wenn Ihr Antrag innerhalb von sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses beim Versicherer eingeht – als Beamter auf Widerruf oder auf Probe, aber nur einmal (PKV-Verband, Stand Januar 2026).
  • Wer als Anwärter gesetzlich versichert bleibt, zahlt den GKV-Beitrag allein – außer in Ländern mit pauschaler Beihilfe, wo der Dienstherr die Hälfte des Krankenversicherungsbeitrags übernimmt.
  • Polizeianwärter haben in vielen Ländern freie Heilfürsorge; für sie zählt eine Anwartschaft, Rechtsreferendare sind meist gar nicht verbeamtet.

Als Beamtenanwärter sind Sie beihilfeberechtigt: Der Dienstherr trägt beim Bund und in fast allen Ländern 50 % Ihrer Krankheitskosten, in Hessen für Anwärter 70 %. Den Rest versichern die meisten in einem PKV-Anwärtertarif, der laut veröffentlichten Beispielen meist 70 bis 150 € im Monat kostet. Entscheidend ist die Frist: Für die Öffnungsaktion muss Ihr Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Verbeamtung beim Versicherer eingehen (Stand Oktober 2026).

PKV für Beamtenanwärter: die vier Zahlen, auf die es ankommt

Bevor es um Tarife geht, lohnt ein Blick auf die Eckdaten. Sie bestimmen, wie viel Sie privat absichern müssen und wie viel Zeit Sie dafür haben.

50 %
Beihilfe für Anwärter beim Bund und in fast allen Ländern (Hessen: 70 %)
§ 46 BBhV, Landesrecht, Stand 10/2026
70–150 €
typischer Monatsbeitrag eines Anwärtertarifs (Beispiele 2026)
covago 09/2026 (Sekundärquelle), Allianz 05/2026
6 Monate
Frist für die Öffnungsaktion ab Beginn des Beamtenverhältnisses
PKV-Verband, Stand 01/2026
31.444
Einstellungen in den Vorbereitungsdienst für Lehrämter 2025
KMK, Dokumentation 250

Die Lehramts-Referendare sind die größte Gruppe, aber längst nicht die einzige. Jedes Jahr beginnen auch Tausende in der Polizei, der Finanz- und Zollverwaltung, der Justiz und den Kommunen einen Vorbereitungsdienst. Für alle gilt dieselbe Logik – mit wichtigen Ausnahmen, die wir unten zeigen.

Wer ist Beamtenanwärter – und für wen gelten andere Regeln?

Anwärterinnen und Anwärter stehen in einem Beamtenverhältnis auf Widerruf (Länder: § 4 Abs. 4 Beamtenstatusgesetz, Bund: § 6 Abs. 4 BBG). Sie leisten einen Vorbereitungsdienst und erhalten Anwärterbezüge. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind sie versicherungsfrei (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Das heißt: Sie müssen nicht in die GKV, und es gibt keinen Arbeitgeberanteil. Versichert sein müssen Sie trotzdem – für den Teil, den die Beihilfe nicht trägt (§ 193 Abs. 3 VVG).

Status und Krankenversorgung typischer Ausbildungswege; Quellen: BeamtStG, SGB V, Landesrecht laut Faktenblatt, Stand 10.10.2026. Einzelheiten je Land auf den verlinkten Seiten.
GruppeStatus in der AusbildungKrankenversorgungWas Sie absichern
Lehramt (Referendariat)in der Regel Beamte auf WiderrufBeihilfe, meist 50 %Restkosten, meist 50 %
Verwaltung, Finanz, Justiz, ZollBeamte auf WiderrufBeihilfe, meist 50 %Restkosten, meist 50 %
Polizei (Länder), BundespolizeiBeamte auf Widerrufhäufig freie Heilfürsorge, je nach Land BeihilfeAnwartschaft bzw. Restkosten
Rechtsreferendariatmeist öffentlich-rechtliches Ausbildungsverhältnis; Beamte auf Widerruf u. a. in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringenmeist GKV-Pflicht, sonst Beihilfeje nach Status
Auszubildende (z. B. Büromanagement)TarifbeschäftigteGKV-Pflicht mit Arbeitgeberanteilkeine Beihilfe

Für Polizeianwärter lohnt sich ein genauer Blick: In den meisten Ländern gibt es freie Heilfürsorge, in Bayern nur für die Bereitschaftspolizei in Ausbildung, in Hessen Beihilfe. Alles dazu auf der Seite PKV für Polizeianwärter. Wer Jura studiert hat, findet die Länder-Übersicht unter Krankenversicherung im Rechtsreferendariat.

Welcher Beihilfesatz gilt für Anwärter?

Beamte auf Widerruf sind beihilfeberechtigt und erhalten grundsätzlich denselben Satz wie aktive Beamte. Beim Bund sind das 50 % (§ 46 BBhV), ebenso in fast allen Ländern. Mit zwei berücksichtigungsfähigen Kindern steigt der Satz auf 70 %, in Sachsen schon mit einem Kind. Ehe- und Lebenspartner unter der Einkommensgrenze erhalten in der Regel 70 %, Kinder 80 %.

Die große Ausnahme ist Hessen: Dort erhalten Anwärter und ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen einheitlich 70 %, im Krankenhaus 85 % (§ 15 HBeihVO). Ein hessischer Anwärter versichert also nur 30 % privat. Das wird spätestens bei der Verbeamtung auf Probe wichtig: Dann gilt der hessische Familiensatz (allein 50 %), der Satz sinkt, und Ihr Tarif muss aufgestockt werden – dafür haben Sie sechs Monate ohne neue Risikoprüfung (§ 199 Abs. 2 VVG).

Eine Besonderheit beim Bund: Bei Beamten auf Widerruf sind prothetische Leistungen, Inlays und Kronen, funktionsanalytische und implantologische Leistungen nicht beihilfefähig – außer nach einem Unfall im Vorbereitungsdienst oder nach mindestens drei Jahren ununterbrochenem öffentlichem Dienst (§ 17 BBhV). Ob ein Anwärtertarif diese Lücke schließt, gehört in jeden Vergleich. Ihren genauen Satz zeigt der Beihilfesatz-Rechner für Bund und 16 Länder.

Was Beamte privat versichern: die Restkosten

Regel-Bemessungssätze in Bund und den meisten Ländern, Anteil der PKV in Prozent

Beamte/r aktiv (50 % Beihilfe)50 %mit 2+ Kindern (70 % Beihilfe)30 %Ehepartner (70 % Beihilfe)30 %im Ruhestand (70 % Beihilfe)30 %Kinder (80 % Beihilfe)20 %

§ 46 BBhV und Landesrecht, Stand 10.10.2026. Abweichungen u. a. in Hessen (Familiensatz), Sachsen (70/90 %), Bremen und Schleswig-Holstein.

Fahrplan ab Zusage: Ihre ersten 30 Tage als Anwärter

Die meisten Fehler passieren nicht bei der Tarifwahl, sondern in der Reihenfolge. Diese Checkliste ordnet die Schritte – ohne Gesundheitsfragen, die gehören in ein vertrauliches Gespräch.

1. Vor dem Dienstantritt

Ernennungsdatum notieren, Dienstherrn klären (Bund oder Land), Beihilfesatz prüfen. Fragen: Gibt es in Ihrem Land die pauschale Beihilfe? Wie sind Sie heute versichert – selbst, über die Eltern, als Student?

2. Woche 1 bis 2

Ihre Krankenkasse informiert Sie über das Ende der Versicherungspflicht oder der Familienversicherung. Wollen Sie in die PKV, erklären Sie den Austritt innerhalb von zwei Wochen nach diesem Hinweis und weisen den neuen Schutz nach (§ 188 Abs. 4 SGB V).

3. Woche 2 bis 4

Angebote für beihilfekonforme Anwärtertarife unverbindlich einholen, Umstellung auf Probe vergleichen, Pflegepflichtversicherung mitplanen. Bei Bedarf Öffnungsaktion ausdrücklich nutzen.

4. Bis Tag 30

Einen verbindlichen Antrag stellen, Versicherungsbestätigung an Personal- und Beihilfestelle geben, das Datum der 6-Monats-Frist im Kalender sichern.

  • Ernennungsurkunde: Das Datum des Beginns ist der Start aller Fristen – nicht der Tag der Aushändigung, wenn beides abweicht.
  • Bisherige Versicherung erst beenden, wenn der neue Schutz bestätigt ist – eine Lücke ist teuer und nicht erlaubt.
  • Pauschale Beihilfe nur nach Rechnung wählen: Sie ist in der Regel unwiderruflich und schließt die Öffnungsaktion aus.
  • Ehe- oder Lebenspartner und Kinder: Beihilfefähigkeit prüfen (Einkommensgrenze), eigene Fristen notieren.
  • Beihilfeantrag: Rechnungen sammeln, Antragsfristen Ihrer Beihilfestelle kennen (beim Bund drei Jahre nach Rechnungsdatum, § 54 BBhV).

Die ausführliche Version mit allen Unterlagen steht auf der Seite Verbeamtung und Krankenversicherung: die Checkliste.

Fristen für Anwärter: die Übersicht mit Rechtsgrundlage

Fristen rund um die Krankenversicherung von Anwärtern; Quellen: SGB V, VVG, PKV-Verband (Stand 01/2026), Landesrecht laut Faktenblatt; Stand 10.10.2026. Maßgeblich sind Urkunde, Bescheid und Bedingungen des Versicherers.
FristDauerBeginnRechtsgrundlage
Öffnungsaktion der PKV6 MonateBeginn des Beamtenverhältnisses (Antragseingang zählt)Selbstverpflichtung von 16 Versicherern
Austritt aus der GKV-Anschlussversicherung2 WochenHinweis der Krankenkasse§ 188 Abs. 4 SGB V
Pauschale Beihilfe Baden-Württemberg5 Monate (Ausschlussfrist)Neueinstellung, auch Widerruf → Probe§ 78a LBG BW
Pauschale Beihilfe Niedersachsen1 Jahr (Ausschlussfrist)neue Beihilfeberechtigung, auch Widerruf → Probe§ 80a NBG
Wahlleistungen gegen MonatsbetragBW 5 Monate, Hessen und Rheinland-Pfalz 3 MonateBeginn bzw. Umwandlung des BeamtenverhältnissesLandesbeihilferecht
Tarifanpassung bei Satzänderung6 MonateÄnderung des Beihilfesatzes§ 199 Abs. 2 VVG
Kindernachversicherung2 MonateGeburt§ 198 VVG

Ein Beispiel: Wer am 1. August 2026 verbeamtet wurde, sollte den Antrag für die Öffnungsaktion vorsichtig gerechnet bis zum 31. Januar 2027 beim Versicherer haben; bei einem Start am 1. Mai 2026 endet die Frist schon am 31. Oktober 2026. Ihr persönliches Datum mit Kalender-Erinnerung berechnet der Fristen-Rechner für die Öffnungsaktion.

PKV oder GKV als Anwärter: die Kurzantwort

Für die meisten Anwärter ist die PKV mit Beihilfe die günstigere Lösung, weil sie in der GKV den vollen Beitrag allein tragen. Bei Anwärterbezügen von 1.744 € (gehobener Dienst beim Bund) sind das rund 326 bis 337 € im Monat für Kranken- und Pflegeversicherung (eigene Berechnung mit 14,0 % plus 2,9 % durchschnittlichem Zusatzbeitrag und halbem Pflegesatz). Ein Anwärtertarif liegt in Beispielen bei 70 bis 150 €.

Anders kann es in den Ländern mit pauschaler Beihilfe aussehen, wo der Dienstherr die Hälfte des GKV-Beitrags übernimmt – etwa für Anwärter mit Familie, deren Partner und Kinder in der GKV beitragsfrei mitversichert wären. Die ganze Abwägung mit Rechenbeispielen lesen Sie unter Beamtenanwärter: PKV oder GKV?

Wann ist die GKV für Anwärter eine Überlegung wert?Wenn Sie in einem Land mit pauschaler Beihilfe Familie mitversichern, wenn unklar ist, ob Sie nach der Ausbildung im Beamtenverhältnis bleiben, oder wenn ein normaler PKV-Antrag schwierig wäre und Sie die Öffnungsaktion lieber erst bei der Verbeamtung auf Probe nutzen möchten.

Was kostet die PKV für Beamtenanwärter?

Anwärtertarife sind befristete Ausbildungstarife (§ 195 Abs. 2 VVG). Sie bilden keine oder nur geringe Alterungsrückstellungen und kosten deshalb deutlich weniger als ein regulärer Beamtentarif. Ein veröffentlichtes Beispiel: Die Allianz nennt für eine 19-jährige Anwärterin beim Bund (50 % Beihilfe) 72,34 € im Monat inklusive 35,27 € Pflegepflichtversicherung; als 27-jähriger Beamter im regulären Tarif sind es 352,24 € (Stand Mai 2026). Stiftung Warentest fand für Beamte mit Eintrittsalter 30 Tarifkombinationen von 250 bis 396 € (Finanztest 3/2025).

Wichtiger als der Einstiegsbeitrag ist deshalb, was nach der Ausbildung passiert. Alle Beispiele und eine Gegenüberstellung mit der GKV zeigt der Ratgeber Was kostet die PKV als Beamtenanwärter?; eine Bandbreite für Ihre Familie liefert der Rechner PKV-Kosten für Beamte.

Vorerkrankung? Die Öffnungsaktion statt Ablehnung

Für Beamtenanfänger gibt es ein Sicherheitsnetz: Bei der Öffnungsaktion der PKV verpflichten sich 16 Versicherer, Anträge auf eine beihilfekonforme Restkostenversicherung nicht aus Risikogründen abzulehnen, keine Leistungen auszuschließen und Zuschläge auf höchstens 30 % zu begrenzen. Seit 2019 gilt das auch für Beamte auf Widerruf – allerdings nur einmal, entweder als Anwärter oder bei der Verbeamtung auf Probe, und nur innerhalb von sechs Monaten.

Wir stellen auf dieser Website keine Gesundheitsfragen. Ob ein normaler Antrag oder die Öffnungsaktion für Sie der bessere Weg ist, klärt ein vertrauliches Gespräch. Was Anwärter dazu wissen sollten, steht unter PKV als Beamtenanwärter mit Vorerkrankung.

Anwärter mit Partner oder Kind: was zusätzlich zu klären ist

Viele Anwärterinnen und Anwärter sind schon verheiratet oder haben Kinder – gerade nach einem Zweitstudium oder einem Quereinstieg. Dann rechnen Sie nicht für eine Person, sondern für die Familie. Der Ehe- oder Lebenspartner bekommt nur Beihilfe, wenn seine Einkünfte unter der Grenze Ihres Dienstherrn liegen; 2026 liegt sie je nach Land zwischen 12.000 € (Bremen) und 24.696 € (Hessen). Beim Bund sind es 22.648 € für Anträge 2026 und 23.608 € ab 2027, maßgeblich sind die Einkünfte im zweiten Jahr vor dem Antrag. Ob Ihr Partner darunter liegt, prüft der Ehepartner-Rechner.

Kinder erhalten in der Regel 80 % Beihilfe und brauchen einen 20-%-Tarif; veröffentlichte Beispiele liegen bei rund 50 bis 60 € im Monat. Für Angehörige von Beamten auf Widerruf gilt eine eigene 6-Monats-Frist der Öffnungsaktion ab ihrer erstmaligen Berücksichtigungsfähigkeit bei der Beihilfe – unabhängig davon, ob der Anwärter selbst schon privat versichert ist (PKV-Verband, Stand Januar 2026). Für Neugeborene ist die Kindernachversicherung innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt der einfachere Weg (§ 198 VVG).

Fünf typische Fehler von Anwärtern

Frist zu spät gestartet

Die sechs Monate der Öffnungsaktion laufen ab dem Beginn des Beamtenverhältnisses – nicht ab dem ersten Beihilfebescheid oder dem Ende der Probezeit.

Umstellung nicht geprüft

Der günstige Anwärtertarif endet mit der Verbeamtung auf Probe. Ohne zugesagte Umstellung ohne Gesundheitsprüfung kann der Wechsel in den Beamtentarif schwierig werden.

Pauschale Beihilfe vorschnell gewählt

Wer sie beantragt, verliert die Öffnungsaktion. In vielen Ländern ist die Wahl unwiderruflich – erst rechnen, dann entscheiden.

Heilfürsorge ohne Anwartschaft

Polizeianwärter mit Heilfürsorge brauchen keinen Restkostentarif, aber die Anwartschaft über die Öffnungsaktion gibt es nur in den ersten sechs Monaten.

Alte Versicherung zu früh gekündigt

Erst der neue Schutz, dann die Kündigung: Eine Lücke ist nicht erlaubt, und die GKV verlangt beim Austritt den Nachweis einer anderen Absicherung.

Ihr Weg nach Ausbildung und Laufbahn

Lehramt, Jura, Polizei, Zoll oder Verwaltung: Die Grundregeln sind gleich, die Details nicht. Wählen Sie Ihre Situation:

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Lehramt oder Jura, Beamter auf Widerruf oder Ausbildungsverhältnis: die Krankenversicherung im Referendariat für alle 16 Länder.

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Nach dem Vorbereitungsdienst: Umstellung auf Probe

Mit der Verbeamtung auf Probe endet der Anwärtertarif. Der Versicherer stellt Sie in den regulären Beamtentarif um; der Beitrag steigt dann deutlich, weil Alterungsrückstellungen aufgebaut werden. Ob die Umstellung ohne neue Gesundheitsprüfung erfolgt, regeln die Tarifbedingungen – einen allgemeinen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es nicht. Genau diesen Punkt sollten Sie sich vor dem ersten Antrag schriftlich bestätigen lassen.

Werden Sie nach der Ausbildung nicht übernommen, endet die Beihilfe. Dann kommt es auf den nächsten Schritt an: Als Angestellter unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze (77.400 € im Jahr 2026) werden Sie in der Regel wieder gesetzlich versicherungspflichtig. Für einen späteren Wiedereinstieg in die PKV kann eine Anwartschaft sinnvoll sein. Was beim Übergang zu beachten ist, erklärt der Ratgeber Anwärtertarif: Ende und Umstellung.

Den schnellsten Überblick für Ihre Lage – Satz, Restkosten, Frist und pauschale Beihilfe in Ihrem Land – liefert der kostenlose Beihilfe-Check in 60 Sekunden, ohne Gesundheitsfragen.

Häufige Fragen

Was muss ich als Beamtenanwärter vor Dienstantritt erledigen?

Klären Sie, welcher Beihilfesatz für Sie gilt (meist 50 %), wählen Sie einen beihilfekonformen Tarif für den Rest und denken Sie an die Pflegepflichtversicherung. Waren Sie gesetzlich versichert, endet die Pflichtversicherung mit der Ernennung; ein Austritt wirkt nur mit Nachweis einer anderen Absicherung (§ 188 Abs. 4 SGB V). Für die Öffnungsaktion zählt die 6-Monats-Frist ab Ernennung.

Worauf kommt es beim Anwärtertarif an?

Auf drei Punkte: einen beihilfekonformen Erstattungssatz, die Umstellung in den Beamtentarif bei der Verbeamtung auf Probe ohne neue Gesundheitsprüfung und – falls Sie sie brauchen – die Teilnahme des Versicherers an der Öffnungsaktion. Die Kriterien im Einzelnen stehen im Anwärter-Vergleich auf dieser Website.

Was kostet eine private Krankenversicherung für Anwärter?

Veröffentlichte Beispiele 2026 liegen meist zwischen 70 und 150 € im Monat inklusive Pflegepflichtversicherung, etwa 72,34 € für eine 19-jährige Bundesanwärterin bei der Allianz (Stand Mai 2026). Zum Vergleich: In der GKV zahlen Anwärter ohne pauschale Beihilfe den vollen Beitrag allein, bei 1.744 € Anwärterbezügen rund 326 bis 337 € (eigene Berechnung).

Welche Versicherung braucht man als Beamtenanwärter?

Pflicht ist eine Krankenversicherung für den Teil, den die Beihilfe nicht trägt, und die passende Pflegepflichtversicherung. Bei freier Heilfürsorge (etwa Polizei in vielen Ländern) entfällt die Krankenversicherung im Dienst, empfehlenswert ist dann eine Anwartschaft. Weitere Versicherungen wie eine Dienstunfähigkeitsabsicherung sind nicht Thema dieser Website.

Bis wann muss ich mich als Anwärter privat versichern?

Für die Öffnungsaktion muss Ihr Antrag innerhalb von sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses beim Versicherer eingehen. Bei einer Ernennung zum 1. September 2026 ist der 28. Februar 2027 der vorsichtig gerechnete letzte Tag. Ohne Öffnungsaktion ist ein Antrag jederzeit möglich, dann aber mit normaler Gesundheitsprüfung.

Quellen

  1. PKV-Verband: Erleichterte Aufnahme in die PKV für Beamte und deren Angehörige (Broschüre) – Stand Januar 2026
  2. § 46 BBhV – Bemessung der Beihilfe
  3. § 17 BBhV – Zahnärztliche Leistungen für Beamte auf Widerruf
  4. § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit
  5. § 188 SGB V – Beginn der freiwilligen Mitgliedschaft (Abs. 4)
  6. § 193 VVG – Versicherungspflicht
  7. Hessische Beihilfenverordnung (Spiegel lexaris), § 15
  8. Allianz: Private Krankenversicherung im Referendariat (Beitragsbeispiele) – Stand Mai 2026
  9. covago: Welche PKV ist die beste für Beamtenanwärter? (Sekundärquelle) – September 2026
  10. KMK: Einstellung von Lehrkräften 2025 (Dokumentation 250)
Redaktion Beihilfe-Rechner.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Beihilfe und der Krankenversicherung von Beamten (Stand: 12. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Herausgeber: Beihilfe-Rechner.de. Beihilfe-Rechner.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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