Inhalt (10 Abschnitte)
- Zoll Krankenversicherung: Beihilfe vom Bund, nicht Heilfürsorge
- Ausbildung beim Zoll: Status und Krankenversicherung
- Was die Krankenversicherung Zollanwärter kostet
- PKV oder GKV beim Zoll?
- Zollanwärter mit Familie
- Beihilfe des Bundes für Zollanwärter: was Sie wissen sollten
- Fristen für Zollanwärter
- Nach der Ausbildung: Zollbeamter auf Probe
- Drei Missverständnisse beim Zoll
- Checkliste für Zollanwärter
- Zoll-Anwärter und Zollbeamte sind Bundesbeamte und erhalten Beihilfe nach der Bundesbeihilfeverordnung: 50 %, mit zwei Kindern, in der Elternzeit und im Ruhestand 70 %.
- Freie Heilfürsorge gibt es beim Bund für die Bundespolizei und die Polizei beim Bundestag (§ 70 Abs. 2 BBesG) – nicht für den Zoll.
- Die Ausbildung dauert im mittleren Dienst zwei Jahre, das duale Studium im gehobenen Dienst drei Jahre; die Anwärterbezüge liegen laut Zoll bei rund 1.473 € bzw. 1.744 € brutto.
- In der GKV zahlen Zoll-Anwärter ohne Arbeitgeberanteil rund 276 bis 337 € im Monat (eigene Berechnung), ein PKV-Anwärtertarif kostet laut Beispielen 70 bis 150 €; eine pauschale Beihilfe gibt es beim Bund nicht.
Beim Zoll gibt es keine freie Heilfürsorge: Zoll-Anwärter und Zollbeamte sind Bundesbeamte und erhalten Beihilfe nach der Bundesbeihilfeverordnung, in der Regel 50 % der Krankheitskosten. Den Rest versichern die meisten in einem PKV-Anwärtertarif für laut Beispielen 70 bis 150 € im Monat; in der GKV zahlen sie bei rund 1.473 bis 1.744 € Anwärterbezügen etwa 276 bis 337 € allein (eigene Berechnung, Stand Oktober 2026).
Zoll Krankenversicherung: Beihilfe vom Bund, nicht Heilfürsorge
Viele Zoll-Anwärter gehen davon aus, dass für sie dasselbe gilt wie für die Bundespolizei. Das ist nicht so. Freie Heilfürsorge erhalten beim Bund nur Polizeivollzugsbeamte der Bundespolizei und der Polizei beim Deutschen Bundestag (§ 70 Abs. 2 BBesG). Der Zoll gehört zur Bundesfinanzverwaltung; seine Beamtinnen und Beamten – auch im Vollzugsdienst mit Dienstwaffe – sind beihilfeberechtigt nach der Bundesbeihilfeverordnung (BBhV).
Für die Krankenversicherung heißt das: Sie brauchen von Anfang an einen eigenen Schutz für den Teil, den die Beihilfe nicht trägt. Mit Heilfürsorge wäre im Dienst nur eine Pflegepflichtversicherung und eine Anwartschaft nötig – beim Zoll ist es ein vollwertiger Restkostentarif plus Pflegepflichtversicherung. Den Vergleich mit der Bundespolizei finden Sie auf der Seite Heilfürsorge der Bundespolizei.
| Dienstzweig | Krankenversorgung | Was Sie selbst versichern |
|---|---|---|
| Zoll (alle Laufbahnen) | Beihilfe nach BBhV, meist 50 % | Restkostentarif + Pflegepflicht |
| Bundespolizei | freie Heilfürsorge (Ausbildung und Dienst) | Pflegepflicht, Anwartschaft empfohlen |
| Bundeswehr (Soldaten) | unentgeltliche truppenärztliche Versorgung | Anwartschaft empfohlen |
| Übrige Bundesverwaltung | Beihilfe nach BBhV | Restkostentarif + Pflegepflicht |
Ausbildung beim Zoll: Status und Krankenversicherung
Der Zoll bildet in mehreren Wegen aus. Für die Krankenversicherung zählt, ob Sie Beamter auf Widerruf werden oder Auszubildender in einem Tarifverhältnis.
| Weg | Dauer | Status | Bezüge brutto | Krankenversicherung |
|---|---|---|---|---|
| Mittlerer Zolldienst (Ausbildung) | 2 Jahre | Beamter auf Widerruf | rund 1.473 € | Beihilfe 50 % + eigener Schutz |
| Gehobener Zolldienst (duales Studium, 6 Semester) | 3 Jahre | Beamter auf Widerruf | rund 1.744 € | Beihilfe 50 % + eigener Schutz |
| Kaufleute für Büromanagement | 3 Jahre | Auszubildende (Tarif) | ca. 1.218–1.314 € | GKV-Pflicht mit Arbeitgeberanteil |
Das duale Studium im gehobenen Dienst besteht laut Zoll aus drei Semestern Fachstudien und drei Semestern Praxisstudien. Für die Krankenversicherung spielt das keine Rolle – Sie sind die ganze Zeit Beamter auf Widerruf des Bundes.
Was die Krankenversicherung Zollanwärter kostet
In der GKV sind Beamte auf Widerruf versicherungsfrei und können sich nur freiwillig versichern, wenn sie vorher gesetzlich versichert waren. Dann tragen sie den Beitrag allein, denn der Bund zahlt keine pauschale Beihilfe. Die Rechnung mit 14,0 % plus 2,9 % durchschnittlichem Zusatzbeitrag und dem halben Pflegesatz für Beihilfeberechtigte:
| Laufbahn | GKV unter 23 / mit Kind | GKV kinderlos ab 23 | PKV-Anwärtertarif |
|---|---|---|---|
| Mittlerer Dienst (1.473,37 €) | 275,52 € | 284,36 € | 70–150 € |
| Gehobener Dienst (1.744,22 €) | 326,17 € | 336,63 € | 70–150 € |
Ein veröffentlichtes Beispiel für den Bund: 72,34 € im Monat inklusive Pflegepflichtversicherung für eine 19-jährige Anwärterin mit 50 % Beihilfe (Allianz, Stand Mai 2026). Für Alleinstehende ist der Anwärtertarif damit deutlich günstiger. Mehr Beispiele und die Rechnung über die ganze Ausbildung stehen im Ratgeber PKV-Kosten für Beamtenanwärter; eine Bandbreite für Ihre Familie zeigt der Rechner PKV-Kosten für Beamte.
PKV oder GKV beim Zoll?
Weil der Bund keine pauschale Beihilfe zahlt, ist die Rechnung für Alleinstehende eindeutig: Der Anwärtertarif kostet einen Bruchteil des GKV-Beitrags. Mit Familie sieht es anders aus. In der GKV sind Partner ohne eigenes Einkommen über 565 € im Monat und Kinder beitragsfrei familienversichert; in der PKV braucht jeder einen eigenen Tarif.
Ein Beispiel für den gehobenen Dienst: Anwärter mit 1.744 € Bezügen, Partner ohne Einkommen, ein Kind. In der GKV zahlt die Familie zusammen 326,17 € (16,9 % plus 1,8 % Pflege mit Kind, eigene Berechnung). In der PKV kosten Anwärter und Kind laut Rechner-Bändern 120 bis 210 €; dazu kommt der 30-%-Tarif des Partners, für den es keine belastbaren Durchschnittswerte gibt. Je nach Angebot für den Partner kann die GKV für diese Familie mithalten. Die vollständige Abwägung steht unter Beamtenanwärter: PKV oder GKV?
Zollanwärter mit Familie
Partner erhalten Beihilfe von 70 %, wenn ihre Einkünfte unter der Grenze des Bundes liegen; Kinder erhalten 80 %, solange sie beim Familienzuschlag berücksichtigt werden. Beachten Sie die Zahn-Lücke: § 17 BBhV gilt auch für die beim Anwärter berücksichtigungsfähigen Angehörigen. Jeder Angehörige hat eine eigene 6-Monats-Frist der Öffnungsaktion ab seiner erstmaligen Berücksichtigungsfähigkeit. Ein Neugeborenes melden Sie innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt beim Versicherer an; dann gibt es weder Gesundheitsprüfung noch Wartezeit (§ 198 VVG). Ob Ihr Partner unter der Grenze liegt, prüft der Ehepartner-Rechner.
Beihilfe des Bundes für Zollanwärter: was Sie wissen sollten
- Bemessungssatz: 50 %, mit zwei berücksichtigungsfähigen Kindern 70 %, in der Elternzeit 70 % auch beim ersten Kind; Ehe- oder Lebenspartner unter der Einkommensgrenze 70 %, Kinder 80 % (§ 46 BBhV).
- Zahn-Lücke für Anwärter: Prothetik, Inlays, Kronen, Funktionsanalyse und Implantate sind für Beamte auf Widerruf und ihre Angehörigen grundsätzlich nicht beihilfefähig (§ 17 BBhV). Ausnahmen: Unfall im Vorbereitungsdienst oder drei Jahre ununterbrochener öffentlicher Dienst vorher.
- Wahlleistungen: beim Bund ohne Monatsbeitrag beihilfefähig; die Unterkunft im Krankenhaus bis 60,90 € je Tag (ab 01.04.2026).
- Eigenbehalte: keine Kostendämpfungspauschale; 10 % (5 bis 10 €) bei Arznei- und Verbandmitteln, 10 € je Krankenhaustag für höchstens 28 Tage im Jahr (§ 49 BBhV).
- Antragsfrist: Beihilfe innerhalb von drei Jahren nach dem Rechnungsdatum beantragen (§ 54 BBhV).
- Ehepartner: Einkommensgrenze 22.648 € für Anträge 2026 und 23.608 € ab 2027; maßgeblich ist das zweite Jahr vor dem Antrag.
- Elternzeit: Anwärter erhalten während des Elterngeldbezugs ihre Kranken- und Pflegebeiträge in voller Höhe erstattet, wenn sie beihilfekonform versichert sind (§ 9 MuSchEltZV).
Alle Regeln der BBhV mit Fundstellen stehen auf der Seite Beihilfe Bund: Bemessungssätze.
Fristen für Zollanwärter
Die Öffnungsaktion gilt, wenn Ihr Antrag innerhalb von sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses beim Versicherer eingeht – als Beamter auf Widerruf oder auf Probe, aber nur einmal (PKV-Verband, Stand Januar 2026). Bei einer Einstellung zum 1. August 2026 ist der vorsichtig gerechnete letzte Tag der 31. Januar 2027, bei einer Einstellung zum 1. September 2026 der 28. Februar 2027. Ihr genaues Datum berechnet der Fristen-Rechner. Waren Sie bisher gesetzlich versichert, endet die Pflichtversicherung mit der Ernennung; die Kasse führt Sie als freiwilliges Mitglied weiter, wenn Sie nicht innerhalb von zwei Wochen nach ihrem Hinweis mit Nachweis eines neuen Schutzes austreten (§ 188 Abs. 4 SGB V).
Brauchen Sie die erleichterten Aufnahmebedingungen, beachten Sie: Die Hallesche wendet die Öffnungsaktion nicht auf Beamte auf Widerruf an, die Debeka vertreibt nicht über Makler. Alles zur Aufnahme mit Vorerkrankungen steht auf der Seite Öffnungsaktion der PKV für Beamte.
Nach der Ausbildung: Zollbeamter auf Probe
Mit der Ernennung auf Probe wird Ihr Anwärtertarif in den regulären Beamtentarif umgestellt. Ob ohne neue Gesundheitsprüfung, regeln die Tarifbedingungen des Versicherers – fragen Sie danach, bevor Sie den Anwärtertarif abschließen. Der Beitrag steigt deutlich, im Allianz-Beispiel eines Bundesbeamten von 72,34 € auf 352,24 € als 27-Jähriger (Stand Mai 2026). Die Zahn-Lücke des § 17 BBhV entfällt dann, weil sie nur für Beamte auf Widerruf gilt. Ein Zahn-Baustein aus der Ausbildungszeit kann dann überflüssig werden – prüfen Sie den Tarif bei der Umstellung darauf.
Versetzungen innerhalb des Zolls oder der Bundesverwaltung ändern Ihren Dienstherrn nicht: Es bleibt bei der BBhV. Anders ist es, wenn Sie später zu einem Land oder einer Kommune wechseln – dann gilt deren Beihilferecht, mit möglicherweise anderen Sätzen und einer pauschalen Beihilfe. Der Übergang wird im Ratgeber Anwärtertarif: Ende und Umstellung erklärt.
Drei Missverständnisse beim Zoll
Uniform und Vollzugsdienst ändern nichts: Zollbeamte haben Beihilfe, keine Heilfürsorge – und brauchen ab dem ersten Tag einen Restkostentarif.
Nicht bei Zahnersatz, Kronen und Implantaten für Anwärter: Hier zahlt die Beihilfe des Bundes grundsätzlich nichts (§ 17 BBhV).
Beim Bund nicht – eine pauschale Beihilfe ist dort laut Bundesregierung derzeit nicht vorgesehen. Gesetzlich versicherte Zollbeamte zahlen allein.
Checkliste für Zollanwärter
- Status klären: Beamter auf Widerruf (mittlerer oder gehobener Dienst) oder Auszubildender (Büromanagement)?
- Beihilfe des Bundes verstehen: 50 %, Zahn-Lücke für Anwärter, Wahlleistungen beihilfefähig.
- Angebote für Anwärtertarife mit Umstellungsregel und gegebenenfalls Zahn-Baustein einholen.
- Pflegepflichtversicherung beim selben Versicherer abschließen.
- Bei bisheriger GKV: Austritt fristgerecht mit Nachweis; Öffnungsaktion-Frist im Kalender.
Den Überblick für alle Laufbahnen bietet die Seite PKV für Beamtenanwärter. Satz, Frist und Familienkonstellation zeigt der kostenlose Beihilfe-Check in 60 Sekunden – wählen Sie als Dienstherrn „Bund“.
Häufige Fragen
Hat der Zoll freie Heilfürsorge?
Nein. Freie Heilfürsorge erhalten beim Bund Polizeivollzugsbeamte der Bundespolizei und der Polizei beim Deutschen Bundestag (§ 70 Abs. 2 BBesG). Zollbeamte – auch im Vollzugsdienst – erhalten Beihilfe nach der Bundesbeihilfeverordnung und versichern den Rest privat oder freiwillig gesetzlich.
Wie bin ich in der Zoll-Ausbildung krankenversichert?
Als Anwärterin oder Anwärter im mittleren oder gehobenen Dienst sind Sie Beamter auf Widerruf des Bundes: versicherungsfrei in der GKV, beihilfeberechtigt mit 50 %. Den Rest versichern die meisten in einem PKV-Anwärtertarif. Auszubildende Kaufleute für Büromanagement sind dagegen Tarifbeschäftigte und gesetzlich pflichtversichert.
Was kostet die Krankenversicherung für Zollanwärter?
Ein PKV-Anwärtertarif kostet laut veröffentlichten Beispielen meist 70 bis 150 € im Monat. In der GKV zahlen Zollanwärter den Beitrag allein: bei rund 1.473 € Anwärterbezügen im mittleren Dienst etwa 276 bis 284 €, bei rund 1.744 € im gehobenen Dienst etwa 326 bis 337 € (eigene Berechnung, Stand 2026).
Zahlt die Beihilfe beim Zoll Zahnersatz für Anwärter?
Grundsätzlich nicht: Für Beamte auf Widerruf des Bundes sind prothetische Leistungen, Inlays und Kronen, funktionsanalytische und implantologische Leistungen nicht beihilfefähig – außer nach einem Unfall im Vorbereitungsdienst oder nach mindestens drei Jahren ununterbrochenem öffentlichem Dienst (§ 17 BBhV).
Gibt es beim Zoll die pauschale Beihilfe?
Nein. Der Zoll gehört zur Bundesverwaltung, und der Bund hat keine pauschale Beihilfe eingeführt; laut Bundesregierung ist sie „derzeit nicht vorgesehen“ (BT-Drs. 21/2188 vom 13.10.2025). Wer gesetzlich versichert bleibt, zahlt den Beitrag allein.
Quellen
- § 70 BBesG – Heilfürsorge
- § 46 BBhV – Bemessung der Beihilfe
- § 17 BBhV – Zahnärztliche Leistungen für Beamte auf Widerruf
- Anlage VIII BBesG – Anwärtergrundbeträge – Fassung gültig ab 01.03.2024, abgerufen 10.10.2026
- Zoll-Karriere: FAQ (Ausbildung, Anwärterbezüge) – abgerufen 10.10.2026
- Zoll: Studium im gehobenen Dienst
- § 9 MuSchEltZV – Beitragserstattung in der Elternzeit
- Deutscher Bundestag: BT-Drs. 21/2188 (pauschale Beihilfe Bund) – 13.10.2025
- Bundesverwaltungsamt: Beihilfe
- PKV-Verband: Erleichterte Aufnahme in die PKV für Beamte (Broschüre) – Stand Januar 2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Beihilfe und der Krankenversicherung von Beamten (Stand: 10. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Herausgeber: Beihilfe-Rechner.de. Beihilfe-Rechner.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.