Heilfürsorge

Pflegepflichtversicherung Polizei: Pflicht, Kosten, Frist und Tarif mit Heilfürsorge

Die freie Heilfürsorge bezahlt Arzt und Krankenhaus – aber sie ist keine Versicherung. Für die Pflege schreibt das Gesetz deshalb eine eigene Versicherung vor, auch für Polizistinnen und Polizisten. Hier steht, was Pflicht ist, welcher Tarif passt, was er kostet und was sich im Ruhestand ändert.

Redaktion Beihilfe-Rechner.de Aktualisiert am 18. Oktober 2026 8 Min. Lesezeit
Inhalt (8 Abschnitte)
  1. Warum die Polizei trotz Heilfürsorge eine Pflegepflichtversicherung braucht
  2. Pflegepflichtversicherung Polizei: was der 50-%-Tarif leistet
  3. Was kostet die Pflegepflichtversicherung für Polizisten?
  4. Ab wann gilt die Pflicht – und was passiert ohne Pflegeversicherung?
  5. Pflegeversicherung und Anwartschaft beim selben Versicherer
  6. Heilfürsorge oder Beihilfe: welcher Pflegetarif für welche Polizei?
  7. Ruhestand, Dienstherrnwechsel und Familie
  8. Checkliste Pflegepflichtversicherung für Polizisten
Das Wichtigste in Kürze
  • Polizeibeamte mit freier Heilfürsorge müssen eine private Pflegepflichtversicherung abschließen, wenn sie nicht freiwillig gesetzlich krankenversichert sind (§ 23 Abs. 4 Nr. 1 SGB XI); freiwillig gesetzlich Versicherte sind in der sozialen Pflegeversicherung (§ 20 Abs. 3 SGB XI).
  • Heilfürsorgeberechtigte erhalten die Pflegeleistungen der Versicherung zur Hälfte (§ 28 Abs. 2 SGB XI), deshalb genügt ein 50-%-Tarif; ein Versicherer nennt Beiträge ab 33 € im Monat je nach Alter (dbv.de, abgerufen 18.10.2026).
  • Wer die Versicherung vorsätzlich oder leichtfertig nicht abschließt oder mit sechs Monatsbeiträgen in Verzug gerät, handelt ordnungswidrig – Bußgeld bis 2.500 € (§ 121 SGB XI); der Dienstherr meldet Unversicherte an das Bundesamt für Soziale Sicherung (§ 51 Abs. 2 SGB XI).
  • Im Ruhestand endet die Heilfürsorge, die Beihilfe trägt dann meist 70 % der Pflegeleistungen und der Tarif nur noch 30 % – melden Sie den Wechsel Ihrem Versicherer.

Die Pflegepflichtversicherung ist auch für die Polizei Pflicht: Polizeibeamte mit freier Heilfürsorge müssen eine private Pflegepflichtversicherung abschließen, sofern sie nicht freiwillig gesetzlich krankenversichert sind (§ 23 Abs. 4 SGB XI). Weil sie die Leistungen zur Hälfte erhalten (§ 28 Abs. 2 SGB XI), genügt ein 50-%-Tarif – ein Versicherer nennt Beiträge ab 33 € im Monat je nach Alter. Wer die Pflicht missachtet, riskiert ein Bußgeld bis 2.500 € (§ 121 SGB XI; Stand Oktober 2026).

Warum die Polizei trotz Heilfürsorge eine Pflegepflichtversicherung braucht

Die freie Heilfürsorge ist eine Leistung des Dienstherrn, keine Versicherung. Sie übernimmt die Behandlung im Krankheitsfall – Arzt, Zahnarzt, Krankenhaus, Arznei- und Heilmittel. Eine Krankenversicherung brauchen Sie dafür im Dienst nicht; die gesetzliche Versicherungspflicht entfällt für Heilfürsorgeberechtigte „im Umfang der jeweiligen Berechtigung“ (§ 193 Abs. 3 VVG). Die Pflege ist aber ein eigener Versicherungszweig. In Deutschland gilt: Jeder muss pflegeversichert sein – gesetzlich oder privat.

Für Polizistinnen und Polizisten regelt das § 23 Abs. 4 Nr. 1 SGB XI: Die Pflicht zur privaten Pflegeversicherung gilt entsprechend für „Heilfürsorgeberechtigte, die nicht in der sozialen Pflegeversicherung versicherungspflichtig sind“. Daraus ergeben sich zwei Wege:

Private Pflegepflichtversicherung

Der Normalfall für Polizisten mit Heilfürsorge, die nicht gesetzlich krankenversichert sind. Ein anteiliger Tarif genügt, der Beitrag hängt vom Eintrittsalter ab.

Soziale Pflegeversicherung

Nur wer freiwillig gesetzlich krankenversichert bleibt, ist automatisch in der sozialen Pflegeversicherung (§ 20 Abs. 3 SGB XI) – mit einkommensabhängigem Beitrag.

Eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung neben der Heilfürsorge ist zwar möglich, für die eigene Behandlung aber meist überflüssig – und sie kostet den vollen Beitrag ohne Zuschuss. Für die meisten Polizeibeamten mit Heilfürsorge ist deshalb die private Pflegepflichtversicherung der passende Weg. Was die Heilfürsorge sonst abdeckt und wo sie endet, erklärt die Seite Krankenversicherung bei der Polizei.

Pflegepflichtversicherung Polizei: was der 50-%-Tarif leistet

Personen, die nach beamtenrechtlichen Vorschriften Anspruch auf Beihilfe oder Heilfürsorge haben, „erhalten die jeweils zustehenden Leistungen zur Hälfte“ (§ 28 Abs. 2 SGB XI). Die andere Hälfte trägt der Dienstherr: bei der Bundespolizei die Heilfürsorge selbst (§ 14 BPolHfV), in den Ländern je nach Landesrecht die Heilfürsorge oder die Beihilfe für Pflegeaufwendungen. Deshalb schließen Polizisten keinen Volltarif ab, sondern einen anteiligen Tarif. Die Pflegebedürftigkeit stellt der private Versicherer nach denselben Maßstäben fest wie die soziale Pflegeversicherung (§ 23 Abs. 6 SGB XI) – es gelten dieselben fünf Pflegegrade.

Monatliche Leistungsbeträge nach §§ 36, 37 SGB XI (gültig seit 01.01.2025, Stand Oktober 2026) und Aufteilung für Heilfürsorgeberechtigte nach § 28 Abs. 2 SGB XI; eigene Berechnung.
PflegegradPflegegeld gesamtdavon PflegeversicherungPflegesachleistung gesamtdavon Pflegeversicherung
Pflegegrad 2347 €173,50 €796 €398,00 €
Pflegegrad 3599 €299,50 €1.497 €748,50 €
Pflegegrad 4800 €400,00 €1.859 €929,50 €
Pflegegrad 5990 €495,00 €2.299 €1.149,50 €

Zusammen mit dem Anteil des Dienstherrn ergeben sich die vollen Beträge. Die Pflegereform 2027 liegt als Kabinettsentwurf vom 30.09.2026 vor; Bundestag und Bundesrat haben noch nicht entschieden. Wie Beihilfe und Pflegeversicherung bei Beamten allgemein zusammenwirken – auch im Pflegeheim –, erklärt die Seite Pflegeversicherung für Beamte.

Was kostet die Pflegepflichtversicherung für Polizisten?

Der Beitrag der privaten Pflegepflichtversicherung richtet sich nach dem Eintrittsalter, nicht nach dem Einkommen. Wer früh einsteigt, zahlt dauerhaft weniger, weil die Versicherung Alterungsrückstellungen aufbaut. Frauen und Männer zahlen gleich viel (§ 110 Abs. 3 Nr. 3 SGB XI), Kinder sind unter denselben Voraussetzungen wie in der Familienversicherung beitragsfrei mitversichert (§ 110 Abs. 3 Nr. 6 SGB XI).

Beitragsbeispiele Pflegeversicherung für Polizeibeamte; Quellen: DBV (dbv.de, abgerufen 18.10.2026), Allianz (allianz.de, Mai 2026, beihilfekonformer 50-%-Tarif), PKV-Verband (pkv.de, Durchschnitt 2026), eigene Berechnung nach § 55 SGB XI (Satz 3,6 %, halber Satz 1,8 %, Kinderlose ab 23 zusätzlich 0,6 Punkte). Keine Angebote.
FallPflege im MonatQuelle
Private Pflegepflichtversicherung für Heilfürsorgeberechtigteab 33 €DBV, je nach Alter
50-%-Tarif, Eintrittsalter 1935,27 €Allianz, Mai 2026
50-%-Tarif, Eintrittsalter 2738,40 €Allianz, Mai 2026
Durchschnitt aller Beihilfeberechtigten in der privaten Pflegepflichtversicherung56,50 €PKV-Verband, 2026
Soziale Pflegeversicherung, 3.000 € Einnahmen, unter 23 oder mit Kind (1,8 %)54,00 €eigene Berechnung
Soziale Pflegeversicherung, 3.000 € Einnahmen, kinderlos ab 23 (2,4 %)72,00 €eigene Berechnung

Nach fünf Jahren Vorversicherung darf die Prämie im anteiligen Tarif höchstens 50 % des Höchstbeitrags der sozialen Pflegeversicherung betragen (§ 110 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. e, Abs. 3 Nr. 5 SGB XI). In der sozialen Pflegeversicherung steigt der Beitrag dagegen mit jeder Besoldungserhöhung – und laut Kabinettsentwurf zur Pflegereform soll der Zuschlag für Kinderlose ab 2027 von 0,6 auf 0,9 Punkte steigen (Entwurf vom 30.09.2026). Wie sich die Beiträge der privaten Pflegepflichtversicherung insgesamt entwickeln, beschreibt PKV-Beitragsbrief.de zu den Kosten der privaten Pflegepflichtversicherung.

Gut zu wissenDer Versicherer muss Sie aufnehmen und darf Vorerkrankungen nicht ausschließen (§ 110 Abs. 3 Nr. 1 und 2 SGB XI). Im Rahmen der Öffnungsaktion erheben die teilnehmenden Versicherer in der Pflegeversicherung keinen gesundheitsabhängigen Risikozuschlag (PKV-Verband, Stand 01/2026) – ein Grund mehr, Pflegeversicherung und Anwartschaft gemeinsam in den ersten sechs Monaten zu beantragen.

Ab wann gilt die Pflicht – und was passiert ohne Pflegeversicherung?

Die Pflicht beginnt mit dem Anspruch auf Heilfürsorge, also in der Regel mit der Ernennung. Eine gesetzliche Schonfrist für den Nachweis gibt es nicht. Die oft genannten „drei Monate“ stammen aus einer anderen Vorschrift: Private Versicherer melden Kunden, die bei einem neuen Krankenversicherungsvertrag nicht binnen drei Monaten auch eine Pflegeversicherung abschließen (§ 51 Abs. 1 SGB XI). Für Heilfürsorgeberechtigte ist der Dienstherr zuständig: Er meldet Beamte, die weder privat noch gesetzlich krankenversichert sind, an das Bundesamt für Soziale Sicherung (§ 51 Abs. 2 SGB XI).

Bußgeld bis 2.500 €

Wer der Pflicht nach § 23 Abs. 4 SGB XI vorsätzlich oder leichtfertig nicht nachkommt, handelt ordnungswidrig (§ 121 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 SGB XI).

Beitragsverzug

Auch wer mit sechs Monatsprämien in Verzug gerät, handelt ordnungswidrig (§ 121 Abs. 1 Nr. 6 SGB XI).

Lücke im Pflegefall

Ohne Versicherung fehlt im Ernstfall der halbe Leistungsanspruch – Pflegegeld, Pflegedienst und Heimkosten.

Praktisch heißt das: Schließen Sie die Pflegeversicherung zum Dienstbeginn ab und legen Sie den Nachweis vor, wenn Ihre Dienststelle ihn anfordert. Den Versicherer können Sie frei wählen; wer bereits privat krankenversichert ist, kann die Pflegeversicherung innerhalb von sechs Monaten auch bei einem anderen Unternehmen abschließen (§ 23 Abs. 2 SGB XI).

Pflegeversicherung und Anwartschaft beim selben Versicherer

Die Pflegepflichtversicherung ist Pflicht, die Anwartschaft ist Vorsorge. Sie sichert Ihren heutigen Gesundheitszustand für die Zeit nach der Heilfürsorge – spätestens für den Ruhestand, wenn Sie 30 % Ihrer Krankheitskosten privat versichern müssen. Über die Öffnungsaktion können Polizei- und Feuerwehrbeamte mit Heilfürsorge eine Anwartschaft „innerhalb von sechs Monaten ab Begründung des Anspruchs auf … Heilfürsorge – und nicht erst nach Ende der aktiven Dienstzeit“ abschließen (PKV-Verband, Stand Januar 2026).

Viele Versicherer bieten Pflegepflichtversicherung und Anwartschaft als Paket an; ein Anbieter nennt die Anwartschaft ab 1 € im Monat. Wichtig auch für die Familie: Ehepartner und Kinder können die Öffnungsaktion nur nutzen, wenn Sie selbst privat versichert sind oder eine Anwartschaft haben – und sie werden beim Versicherer Ihrer Anwartschaft aufgenommen. Was kleine und große Anwartschaft unterscheidet, steht auf der Seite Anwartschaft für Heilfürsorge-Berechtigte; Ihr Fristende berechnet der Fristen-Rechner.

Heilfürsorge oder Beihilfe: welcher Pflegetarif für welche Polizei?

Nicht jede Polizei hat Heilfürsorge. Wo Beihilfe gilt, schließen Polizisten wie andere Beamte eine beihilfekonforme Pflegeversicherung ab (§ 23 Abs. 3 SGB XI). Für den Beitrag macht das im aktiven Dienst kaum einen Unterschied – in beiden Fällen versichern Sie in der Regel die Hälfte.

Pflegeversicherung von Polizeivollzugsbeamten nach Dienstherr; Quellen: § 70 Abs. 2 BBesG, BPolHfV, Landesrecht laut Faktenblatt (Abschnitt 6), §§ 23, 28 SGB XI; Stand 18.10.2026.
Dienstherr / LageKrankenversorgungPflegeversicherung im aktiven Dienst
Bundespolizeifreie Heilfürsorge (§ 70 Abs. 2 BBesG)privat, 50 %; die Heilfürsorge trägt die andere Hälfte (§ 14 BPolHfV)
Länder mit Heilfürsorge (u. a. BW, BB, HB, HH, MV, NI, NW, SN, ST, SH)freie Heilfürsorge, in NRW mit ergänzender Beihilfeprivat, anteilig (50 %)
Hessen, Rheinland-Pfalz, SaarlandBeihilfebeihilfekonform nach Ihrem Beihilfesatz
Bayern (außer Bereitschaftspolizei in Ausbildung)Beihilfebeihilfekonform nach Ihrem Beihilfesatz
Thüringen, Berlin (Heilfürsorge nur in der Ausbildung)danach Beihilfeanteiliger Tarif läuft weiter
freiwillig gesetzlich krankenversichertHeilfürsorge oder Beihilfe plus GKVsoziale Pflegeversicherung, halber Beitragssatz

Die Details zur Bundespolizei mit § 14 BPolHfV stehen auf der Seite Pflegepflichtversicherung Bundespolizei, alles zum Start in der Ausbildung unter Pflegepflichtversicherung für Polizeianwärter. Für Soldatinnen und Soldaten mit truppenärztlicher Versorgung gelten eigene Regeln; sie erklärt Soldaten-PKV.de zur Pflegeversicherung für Soldaten.

Ruhestand, Dienstherrnwechsel und Familie

Ruhestand: Mit der Pension endet die Heilfürsorge. Als Versorgungsempfänger erhalten Sie Beihilfe – in der Regel 70 % auch für Pflegeleistungen. Die Pflegeversicherung muss dann nur noch 30 % tragen; die Versicherer bilden das mit einer eigenen Tarifstufe ab. Melden Sie den Ruhestand Ihrem Versicherer, damit Tarif und Beitrag passen, und wandeln Sie Ihre Anwartschaft rechtzeitig in den Restkostentarif um. Den Übergang beschreibt die Seite Polizei: Krankenversicherung in der Pension.

Wechsel des Dienstherrn: Wechseln Sie etwa von einer Landespolizei mit Heilfürsorge nach Hessen, wo Beihilfe gilt, bleibt die Pflegeversicherung bestehen – im aktiven Dienst meist mit demselben Anteil. Neu ist dann der Restkostentarif für die Krankheitskosten.

Familie: Partner und Kinder erhalten keine Heilfürsorge, sondern Beihilfe – Partner nur unterhalb der Einkommensgrenze des Dienstherrn. Ein Partner mit Beihilfe braucht eine eigene beihilfekonforme Pflegeversicherung (bei 70 % Beihilfe für 30 %), ein gesetzlich versicherter Partner ist über seine Kasse pflegeversichert. Kinder sind in Ihrer Pflegepflichtversicherung beitragsfrei, solange die Voraussetzungen der Familienversicherung erfüllt sind. Mehr dazu unter Polizei: Krankenversicherung für Ehepartner und Kinder.

Checkliste Pflegepflichtversicherung für Polizisten

  • Zum Dienstbeginn klären: Heilfürsorge oder Beihilfe? Danach richtet sich der Tarif.
  • Private Pflegepflichtversicherung abschließen, wenn Sie nicht freiwillig gesetzlich versichert sind – ohne auf eine Frist zu warten.
  • Anwartschaft über die Öffnungsaktion innerhalb von sechs Monaten beantragen, möglichst beim selben Versicherer.
  • Nachweis bereithalten und Beiträge pünktlich zahlen – Verzug mit sechs Monatsbeiträgen ist ordnungswidrig.
  • Bei Heirat, Geburt, Dienstherrnwechsel und Ruhestand den Tarif prüfen und anpassen lassen.

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Häufige Fragen

Brauchen Polizisten mit Heilfürsorge eine Pflegeversicherung?

Ja. Heilfürsorgeberechtigte, die nicht in der sozialen Pflegeversicherung versicherungspflichtig sind, müssen eine private Pflegepflichtversicherung abschließen (§ 23 Abs. 4 Nr. 1 SGB XI). Wer freiwillig gesetzlich krankenversichert bleibt, ist stattdessen in der sozialen Pflegeversicherung (§ 20 Abs. 3 SGB XI). Ganz ohne Pflegeversicherung geht es nicht.

Was kostet die Pflegepflichtversicherung für Polizisten?

Weil Heilfürsorgeberechtigte die Leistungen zur Hälfte erhalten, genügt ein 50-%-Tarif. Ein Versicherer nennt dafür Beiträge ab 33 € im Monat je nach Alter; im beihilfekonformen 50-%-Tarif eines anderen Versicherers kostet die Pflegeversicherung für 19-Jährige 35,27 € und für 27-Jährige 38,40 € (Mai 2026). Der Beitrag hängt vom Eintrittsalter ab, nicht vom Einkommen.

Ab wann muss ich als Polizist die Pflegeversicherung haben?

Die Pflicht beginnt mit dem Anspruch auf Heilfürsorge, in der Regel mit der Ernennung. Eine gesetzliche Schonfrist für den Nachweis gibt es nicht. Schließen Sie die Versicherung deshalb zum Dienstbeginn ab – am besten zusammen mit einer Anwartschaft, die über die Öffnungsaktion nur innerhalb von sechs Monaten möglich ist.

Was passiert, wenn ich keine Pflegepflichtversicherung abschließe?

Das ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld bis 2.500 € geahndet werden kann (§ 121 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 SGB XI). Der Dienstherr meldet Heilfürsorgeberechtigte, die weder privat noch gesetzlich krankenversichert sind, an das Bundesamt für Soziale Sicherung (§ 51 Abs. 2 SGB XI). Auch ein Verzug mit sechs Monatsbeiträgen ist ordnungswidrig.

Ändert sich die Pflegepflichtversicherung im Ruhestand?

Ja. Mit dem Ruhestand endet die Heilfürsorge, Sie erhalten Beihilfe als Versorgungsempfänger – in der Regel 70 %. Die Pflegeversicherung trägt dann nur noch 30 %, der Tarif wird angepasst. Melden Sie den Ruhestand rechtzeitig Ihrem Versicherer und wandeln Sie eine Anwartschaft gleichzeitig in den Restkostentarif um.

Quellen

  1. § 23 SGB XI – Versicherungspflicht für Versicherte der privaten Krankenversicherungsunternehmen – abgerufen 18.10.2026
  2. § 20 SGB XI – Versicherungspflicht in der sozialen Pflegeversicherung (Abs. 3) – abgerufen 18.10.2026
  3. § 28 SGB XI – Leistungsarten, Grundsätze (Abs. 2) – abgerufen 18.10.2026
  4. § 55 SGB XI – Beitragssatz, Beitragsbemessungsgrenze – abgerufen 18.10.2026
  5. § 110 SGB XI – Regelungen für die private Pflegeversicherung – abgerufen 18.10.2026
  6. § 51 SGB XI – Meldungen bei Nichtabschluss – abgerufen 18.10.2026
  7. § 121 SGB XI – Bußgeldvorschrift – abgerufen 18.10.2026
  8. § 37 SGB XI – Pflegegeld
  9. § 36 SGB XI – Pflegesachleistung
  10. § 14 BPolHfV – Leistungen bei Pflegebedürftigkeit
  11. PKV-Verband: Beitragsanpassung in der Pflegepflichtversicherung (Durchschnittsbeitrag Beihilfeberechtigte 2026) – abgerufen 18.10.2026
  12. PKV-Verband: Erleichterte Aufnahme in die PKV für Beamte (Broschüre) – Stand Januar 2026
  13. DBV: Anwartschaft und Pflegepflichtversicherung für Heilfürsorgeberechtigte (Versichererangabe) – abgerufen 18.10.2026
  14. Allianz: Private Krankenversicherung für Beamte (Beitragsbeispiele inkl. Pflegepflichtversicherung) – Stand Mai 2026
Redaktion Beihilfe-Rechner.de

Unsere Beiträge stützen sich auf Gesetze, Angaben von Behörden und Verbänden sowie veröffentlichte Unterlagen der Versicherer – jeweils mit Stand. So arbeiten wir.

Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Beihilfe und der Krankenversicherung von Beamten (Stand: 18. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Herausgeber: Beihilfe-Rechner.de. Beihilfe-Rechner.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.

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