Inhalt (9 Abschnitte)
- Verbeamtung mit 40: Was sich bei der Krankenversicherung ändert
- Höchstaltersgrenzen für die Verbeamtung: Bund und 16 Länder
- Öffnungsaktion bei später Verbeamtung: keine Altersgrenze, höchstens 30 % Zuschlag
- Was kostet die PKV, wenn man mit 40 oder später einsteigt?
- GKV mit pauschaler Beihilfe: für späte Beamte oft eine echte Alternative
- Weniger Dienstjahre: was das für Pension und Beihilfe im Alter heißt
- Quereinsteiger im Lehramt: Verbeamtung und Krankenversicherung
- PKV für Professoren: Berufung mit Anfang 40
- Entscheidungshilfe: Checkliste vor der späten Verbeamtung
- Für die Verbeamtung gibt es in Bund und allen 16 Ländern Höchstaltersgrenzen zwischen 40 (Mecklenburg-Vorpommern) und 50 Jahren (Bund, Hessen, Schleswig-Holstein); viele Länder erhöhen sie für Kindererziehung und Pflege (Stand Oktober 2026).
- In der PKV gibt es grundsätzlich kein Mindest- oder Höchstalter für den Wechsel; je später der Vertragsbeginn, desto höher ist aber der Beitrag (PKV-Verband).
- Über die Öffnungsaktion werden auch späte Beamtenanfänger innerhalb von sechs Monaten nach der Ernennung ohne Ablehnung und mit höchstens 30 % Risikozuschlag aufgenommen – die Bedingungen nennen keine Altersgrenze.
- Wer mit 40 verbeamtet wird und mit 67 in den Ruhestand geht, kommt auf 27 Dienstjahre und einen Ruhegehaltssatz von rund 48,4 % (1,79375 % je Jahr, § 14 BeamtVG); die Beihilfe im Ruhestand beträgt trotzdem meist 70 %.
- In neun Ländern ist die GKV mit pauschaler Beihilfe eine Alternative – für späte Beamte mit gesetzlich versicherter Familie oft eine echte Option.
Ob eine Verbeamtung mit 40 sinnvoll ist, entscheidet sich an Pension, Familie und Krankenversicherung – möglich ist sie fast überall: Die Höchstaltersgrenzen liegen je nach Dienstherr zwischen 40 und 50 Jahren, mit Erhöhungen für Kinder und Pflege. In der PKV gibt es grundsätzlich kein Höchstalter, und über die Öffnungsaktion werden auch späte Beamtenanfänger innerhalb von sechs Monaten ohne Ablehnung und mit höchstens 30 % Zuschlag aufgenommen; in neun Ländern ist die GKV mit pauschaler Beihilfe eine Alternative (Stand Oktober 2026).
Verbeamtung mit 40: Was sich bei der Krankenversicherung ändert
Mit der Ernennung werden Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V) und erhalten Beihilfe – meist 50 % Ihrer Krankheitskosten, mit zwei berücksichtigungsfähigen Kindern und im Ruhestand 70 %. Den Rest müssen Sie selbst absichern. Wer mit 40 verbeamtet wird, war oft viele Jahre als Angestellter gesetzlich versichert, hat Familie und bringt eine längere Krankengeschichte mit als ein 25-jähriger Anwärter. Vier Punkte sind deshalb anders als beim frühen Start:
Altersgrenze für die Verbeamtung
Jeder Dienstherr hat eine Höchstaltersgrenze – zwischen 40 und 50 Jahren. Sie entscheidet, ob Sie überhaupt verbeamtet werden.
Kein Höchstalter in der PKV
Laut PKV-Verband gibt es für den Wechsel grundsätzlich kein Mindest- oder Höchstalter – der Beitrag ist aber umso höher, je später Sie beginnen.
Öffnungsaktion: 6 Monate
Ohne Ablehnung, ohne Leistungsausschlüsse, höchstens 30 % Zuschlag – auch nach jahrelanger GKV-Mitgliedschaft.
Familie und GKV
Partner und Kinder sind in der GKV oft beitragsfrei mitversichert. In neun Ländern macht die pauschale Beihilfe die GKV bezahlbar.
Ihren Beihilfesatz – auch für Partner und Kinder – zeigt der Beihilfesatz-Rechner.
Höchstaltersgrenzen für die Verbeamtung: Bund und 16 Länder
Seit einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 21.04.2015 (2 BvR 1322/12) müssen Höchstaltersgrenzen im Gesetz selbst oder auf einer hinreichend bestimmten gesetzlichen Grundlage stehen. Grundsätzlich zulässig sind sie, weil sie ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Dienstzeit und Ruhestand sichern sollen. Die Tabelle zeigt die Regel-Grenzen für die Berufung in das Beamtenverhältnis:
| Dienstherr | Regel-Höchstalter | Rechtsgrundlage | Erhöhungen (Auswahl) | Professoren |
|---|---|---|---|---|
| Bund | 50 | § 48 Abs. 1 BHO | keine für Kinder; 55 bei geteilten Versorgungslasten; Polizei 45 bzw. 40 | 50 |
| Baden-Württemberg | 42* | § 48 LHO BW | +2 Jahre je Kind oder Pflegefall | 47 |
| Bayern | 45 | Art. 23 Abs. 1 BayBG | Ausnahmen mit Finanzministerium | 52 |
| Berlin | 47 | § 8a LBG Bln | bis 1 Jahr je Kind oder Pflegefall, höchstens 3 | 50 |
| Brandenburg | 47 | § 3 Abs. 2 LBG, § 48 LHO | Ausnahmen mit Finanzministerium | 50 |
| Bremen | 45 | § 48 Abs. 1 LHO | je bis 3 Jahre für Kind oder Pflege, höchstens bis 49 | 55 |
| Hamburg | 45 | § 5 Abs. 1 HmbLVO | 3 Jahre je Kind oder Pflegefall, höchstens 6; Schwerbehinderte +5 | 52 |
| Hessen | 50* | § 11 HLVO | bis 60 bei besonderem dienstlichem Interesse | 50 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 40* | § 18a LBG M-V | Kind oder Pflege bis 6 Jahre; Schwerbehinderte 43 | 50 |
| Niedersachsen | 45 | § 18 Abs. 3 NBG | Kind oder Pflege je bis 3 Jahre, höchstens bis 49; Schwerbehinderte 48 | 50 |
| Nordrhein-Westfalen | 42 | § 14 Abs. 3 LBG NRW | Kind oder Pflege je bis 3 Jahre, höchstens 6; Schwerbehinderte 45 | 50 |
| Rheinland-Pfalz | 45 | § 19 Abs. 1 LBG | Kind oder Pflege höchstens 3; Schwerbehinderte +3 | 50 |
| Saarland | 45 | § 4 Abs. 1 SBG | +2 Jahre je Kind, Pflege entsprechend | 55 (Soll) |
| Sachsen | 42 | § 7 Abs. 1 SächsBG | bis 1 Jahr je Fall, insgesamt höchstens 5 | 52 |
| Sachsen-Anhalt | 45 | § 8a LBG LSA | abschließender Ausnahmekatalog | 52 |
| Schleswig-Holstein | 50* | § 48 Abs. 1 LHO SH | bis 55 u. a. bei geteilten Versorgungslasten | 52 |
| Thüringen | 47* | § 7 ThürLaufbG | Ausnahmen mit Finanzministerium | 52 |
Lesehilfe: Liegt Ihr Alter knapp über der Grenze, lohnt die Frage nach Erhöhungen für Kindererziehung oder Pflege und nach Ausnahmen – in vielen Ländern mit Einwilligung des Finanzministeriums, etwa bei besonderem dienstlichem Interesse oder Bewerbermangel. Beim Bund ist eine Ausnahme nur bei außerordentlichem Mangel an gleich geeigneten jüngeren Bewerbern und erheblichem Vorteil für den Bund möglich (§ 48 Abs. 1 BHO). Verbindlich ist allein die Auskunft Ihres künftigen Dienstherrn.
Öffnungsaktion bei später Verbeamtung: keine Altersgrenze, höchstens 30 % Zuschlag
Die Öffnungsaktion der PKV ist für späte Beamtenanfänger der wichtigste Schutz. Laut PKV-Verband (Stand Januar 2026) gilt sie für Beamte auf Probe – auch wenn sie vorher gesetzlich versichert waren –, für Beamte auf Zeit oder Lebenszeit ohne Probezeit und für Richter. Die Bedingungen nennen keine Altersgrenze. Wer den Antrag innerhalb von sechs Monaten nach Beginn des Beamtenverhältnisses bei einem teilnehmenden Versicherer stellt, wird ohne Ablehnung aus Risikogründen und ohne Leistungsausschlüsse aufgenommen; ein Risikozuschlag ist auf 30 % begrenzt.
- Nur einmal: Die Öffnungsaktion lässt sich nur bei der ersten Verbeamtung nutzen und nur beim Versicherer des ersten verbindlichen Antrags.
- Nicht nach privater Vollversicherung: Wer vorher privat vollversichert war – etwa als Selbstständiger –, ist grundsätzlich ausgeschlossen; er stellt seinen bestehenden Vertrag auf einen beihilfekonformen Tarif um.
- Nur der Restkostentarif: Beihilfeergänzungstarife und Wahlleistungsbausteine sind ausgenommen und setzen eine normale Gesundheitsprüfung voraus.
- Kein Anwärtertarif ab 40: Wer mit 40 noch einen Vorbereitungsdienst absolviert, findet bei den Versicherern, deren Bedingungen wir ausgewertet haben, keine Ausbildungstarife mehr – sie enden spätestens mit 39 (zum Beispiel HUK-COBURG, Signal Iduna, Continentale).
Das Ende der Frist berechnet der Fristen-Rechner – bei einer Ernennung zum 01.11.2026 ist der vorsichtig gerechnete letzte Tag für den Antrag der 30.04.2027.
Was kostet die PKV, wenn man mit 40 oder später einsteigt?
Der Beitrag in der PKV hängt vor allem vom Eintrittsalter ab, weil aus den Beiträgen auch Alterungsrückstellungen für später aufgebaut werden – je weniger Jahre bis zum Alter bleiben, desto höher der Monatsbeitrag. Dazu kommt bis zum 60. Lebensjahr ein gesetzlicher Zuschlag von 10 % (§ 149 VAG), der im Alter beitragsdämpfend wirkt. Seriöse Zahlen gibt es nur mit Profil und Quelle:
| Profil | Beitrag/Monat | Quelle |
|---|---|---|
| Beamte, 50 % Beihilfe, Eintrittsalter 30 (77 Tarifkombinationen) | 250–396 € | Finanztest 3/2025 |
| Bundesbeamter, 35 Jahre, verheiratet, 2 Kinder (ohne Pflege; Umfang laut Versicherer nicht eindeutig) | 330 € | HUK-COBURG, Datenstand 01/2026 |
| Beamter NRW, Eintrittsalter 38, mit Ergänzung, Krankenhausbaustein und Pflege | 289,95 € | Continentale, abgerufen 12.10.2026 |
Die Beispiele zeigen keine Altersstaffel – dafür sind die Tarife zu verschieden. Für Eintrittsalter über 40 haben wir keine veröffentlichten Beispiele mit vollständigem Profil gefunden; Ihren Beitrag nennt erst ein Angebot. Zwei Effekte wirken zu Ihren Gunsten: Mit zwei berücksichtigungsfähigen Kindern steigt der Beihilfesatz in den meisten Ländern auf 70 %, und im Ruhestand ebenfalls – dann versichern Sie nur noch 30 %. Ein Band für Ihre Familie zeigt der PKV-Kosten-Rechner für Beamte.
GKV mit pauschaler Beihilfe: für späte Beamte oft eine echte Alternative
Viele Quereinsteiger sind seit Jahren gesetzlich versichert, oft mit Partner und Kindern in der beitragsfreien Familienversicherung. Ohne Zuschuss ist die GKV für Beamte teuer: Sie zahlen den Beitrag allein, 2026 bis zu 982,31 € im Monat für die Krankenversicherung. Die pauschale Beihilfe gibt es in neun Ländern: Hamburg (seit 2018), Bremen, Berlin, Brandenburg und Thüringen (seit 2020), Baden-Württemberg (2023), Sachsen und Niedersachsen (2024) sowie Mecklenburg-Vorpommern (seit 01.05.2026). Schleswig-Holstein (2024) und Sachsen-Anhalt (2026) zahlen in Sonderformen nur einen Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung. Im Bund, in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt es sie nicht (Stand Oktober 2026).
Wer die pauschale Beihilfe wählt, bekommt vom Dienstherrn die Hälfte des Krankenversicherungsbeitrags. Die Wahl ist in der Regel unwiderruflich – auch für den Ruhestand und künftige Angehörige –, und die Öffnungsaktion ist danach ausgeschlossen. Ob sich das für Ihre Familie rechnet, zeigt der Pauschale-Beihilfe-Rechner; die Länderregeln stehen unter pauschale Beihilfe nach Bundesland.
Später zurück in die GKV? Ab 55 meist nicht mehrWer nach dem 55. Geburtstag versicherungspflichtig wird – etwa nach einem Ausscheiden aus dem Beamtenverhältnis –, bleibt nach § 6 Abs. 3a SGB V versicherungsfrei, wenn er in den fünf Jahren davor nicht gesetzlich versichert war und mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei war. Die Entscheidung für die PKV ist bei später Verbeamtung deshalb in aller Regel eine Entscheidung für immer. Hintergründe erklärt Höchstbeitrag.de zur Rückkehr in die GKV.
Weniger Dienstjahre: was das für Pension und Beihilfe im Alter heißt
Für die Frage, ob eine Verbeamtung mit 40 sinnvoll ist, zählt vor allem die Pension. Das Ruhegehalt beträgt beim Bund 1,79375 % der ruhegehaltfähigen Dienstbezüge je Dienstjahr, höchstens 71,75 % (§ 14 Abs. 1 BeamtVG). Ein Anspruch entsteht in der Regel erst nach fünf Jahren Dienstzeit (§ 4 Abs. 1 BeamtVG). Die Länder haben eigene, in der Grundstruktur ähnliche Versorgungsgesetze.
| Verbeamtung mit | Dienstjahre bis 67 | Ruhegehaltssatz |
|---|---|---|
| 27 Jahren | 40 | 71,75 % |
| 35 Jahren | 32 | 57,40 % |
| 40 Jahren | 27 | 48,43 % |
| 45 Jahren | 22 | 39,46 % |
| 50 Jahren | 17 | 30,49 % (Mindestversorgung 35 % bzw. günstigerer Mindestbetrag) |
Zum Ruhegehalt kommen bei Quereinsteigern meist Rentenansprüche aus der Zeit als Angestellter. Für die Krankenversicherung gilt eine gute Nachricht: Die Beihilfe im Ruhestand hängt nicht von der Zahl der Dienstjahre ab. Versorgungsempfänger erhalten beim Bund und in den meisten Ländern 70 % – Sie versichern dann nur noch 30 % privat. Mehr dazu unter Beihilfe für Pensionäre. Ihre persönliche Versorgung berechnet die Versorgungsstelle Ihres Dienstherrn.
Quereinsteiger im Lehramt: Verbeamtung und Krankenversicherung
Für Lehrkräfte gilt in der Regel die allgemeine Altersgrenze des Landes. Einige Sonderregeln sind belegt: In Berlin können Bestandslehrkräfte nach dem Lehrkräfteverbeamtungsgesetz bis 52 verbeamtet werden; diese Regel läuft am 31.12.2026 aus, neu eingestellte Lehrkräfte fallen unter die allgemeine Grenze von 47. In Sachsen gilt für Lehrkräfte 42, und ihre Verbeamtung ist nur bis 31.12.2030 vorgesehen (§ 144a SächsBG). In Nordrhein-Westfalen gilt für Planstelleninhaber an Ersatzschulen eine Grenze von 55.
Wer als Quereinsteiger zuerst angestellt war und später verbeamtet wird, hat ab der Ernennung dieselben Rechte wie jeder Beamtenanfänger: Beihilfe, Wahl zwischen PKV und GKV und die 6-Monats-Frist der Öffnungsaktion. Was das konkret für Lehrkräfte bedeutet – Kosten, Beihilfe je Land, Elternzeit –, steht auf der Seite PKV für Lehrer.
PKV für Professoren: Berufung mit Anfang 40
Professorinnen und Professoren gehören zu den typischen späten Beamten. Laut Bundesbericht Wissenschaftliche Karrieren 2025 lag das Durchschnittsalter bei der Erstberufung an Universitäten im Datenjahr 2022 bei 35,8 Jahren (W1), 42,2 Jahren (W2) und 43,6 Jahren (W3). Viele kommen aus befristeten Stellen als wissenschaftliche Mitarbeiter, in denen sie gesetzlich versichert waren.
| Besoldungsgruppe | Grundgehalt/Monat (Bund) |
|---|---|
| W 1 (Juniorprofessur) | 5.524,76 € |
| W 2 (Stufen 1–3) | 6.812,67–7.589,39 € |
| W 3 (Stufen 1–3) | 7.589,39–8.625,02 € |
Für die Verbeamtung von Professoren gelten eigene, meist höhere Altersgrenzen – etwa 50 in Nordrhein-Westfalen (§ 39a HG NRW), Niedersachsen und Hessen (dort ausnahmsweise bis 60), 52 in Bayern (Art. 60 Abs. 3 BayHIG), 47 in Baden-Württemberg (Tabelle oben). Die Beihilfe richtet sich nach dem Beamten- und Beihilferecht des jeweiligen Landes; in NRW etwa erklärt das Hochschulgesetz das Landesbeamtengesetz für anwendbar (§ 33 HG NRW). Wer mit der Berufung erstmals Beamter wird, kann die Öffnungsaktion nutzen – auch als Beamter auf Zeit oder Lebenszeit ohne Probezeit. Die GKV bleibt eine Option, ohne pauschale Beihilfe aber zum vollen Beitrag.
Entscheidungshilfe: Checkliste vor der späten Verbeamtung
1. Altersgrenze klären
Grenze Ihres Dienstherrn, mögliche Erhöhungen für Kinder oder Pflege und Ausnahmen schriftlich bei der Personalstelle erfragen.
2. Versorgung rechnen
Voraussichtliches Ruhegehalt und Rentenansprüche aus der Angestelltenzeit gegenüberstellen – die Versorgungsstelle hilft.
3. Familie einbeziehen
Wer ist heute wie versichert? Liegt der Partner unter der Einkommensgrenze? Gibt es in Ihrem Land die pauschale Beihilfe?
4. Frist sichern
Sechs Monate ab der Ernennung für die Öffnungsaktion; unverbindliche, gekennzeichnete Anfragen vor dem einen verbindlichen Antrag.
- Bestehende Zusatzversicherungen aus der GKV-Zeit (Zahn, Krankenhaus) prüfen – sie passen nicht automatisch zur Beihilfe.
- Für Partner und Kinder eigene Fristen beachten: Die Öffnungsaktion öffnet sich für Angehörige, wenn Sie selbst privat versichert sind.
- Bei geplanter Teilzeit oder vorzeitigem Ruhestand: Auswirkungen auf Beihilfe und Pension mitdenken.
- Die Entscheidung GKV oder PKV mit Blick auf § 6 Abs. 3a SGB V als dauerhafte Entscheidung behandeln.
Den schnellsten Überblick über Ihren Satz, Ihre Restkosten und Ihre Frist liefert der kostenlose Beihilfe-Check in 60 Sekunden, ohne Gesundheitsfragen. Die allgemeinen Schritte rund um die Ernennung stehen unter Verbeamtung und Krankenversicherung.
Häufige Fragen
Ist eine Verbeamtung mit 40 noch sinnvoll?
Das hängt vor allem von der Pension, der Familie und der Krankenversicherung ab. Mit 27 Dienstjahren bis 67 erreichen Sie einen Ruhegehaltssatz von rund 48,4 % statt höchstens 71,75 %; Beihilfe gibt es aber im Ruhestand meist mit 70 %, und über die Öffnungsaktion ist der Weg in die PKV auch mit 40 offen. Wer eine gesetzlich versicherte Familie hat, sollte die GKV mit pauschaler Beihilfe gegenrechnen, wo es sie gibt.
Bis zu welchem Alter kann man verbeamtet werden?
Das regelt jeder Dienstherr selbst: Beim Bund liegt die Grenze bei 50 Jahren (§ 48 BHO), in Mecklenburg-Vorpommern bei 40, in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Sachsen bei 42, in den meisten anderen Ländern bei 45 oder 47 und in Hessen und Schleswig-Holstein bei 50. Für Kindererziehung oder Pflege erhöhen viele Länder die Grenze, Ausnahmen sind mit Zustimmung des Finanzministeriums möglich (Stand Oktober 2026).
Kann ich mit über 40 noch in die private Krankenversicherung?
Ja. Laut PKV-Verband gibt es für den Wechsel grundsätzlich kein Mindest- oder Höchstalter; der Beitrag ist aber umso höher, je später Sie beginnen. Für neu ernannte Beamte gilt außerdem die Öffnungsaktion: Antrag innerhalb von sechs Monaten nach der Ernennung, keine Ablehnung, höchstens 30 % Zuschlag.
Gilt die Öffnungsaktion auch bei einer späten Verbeamtung?
Ja, wenn Sie erstmals verbeamtet werden und vorher nicht privat vollversichert waren: Die Bedingungen des PKV-Verbands nennen keine Altersgrenze und gelten auch für Beamte, die vorher jahrelang gesetzlich versichert waren. Die Frist beträgt sechs Monate ab Beginn des Beamtenverhältnisses; nutzen können Sie die Öffnungsaktion nur einmal.
Wie sind Professoren krankenversichert?
Verbeamtete Professorinnen und Professoren erhalten Beihilfe nach dem Recht ihres Dienstherrn – meist 50 %, mit zwei Kindern und im Ruhestand 70 % – und versichern den Rest privat oder bleiben in der GKV. Die Erstberufung auf eine W2- oder W3-Professur erfolgt im Schnitt mit 42 bis 44 Jahren (Datenjahr 2022). Wer erstmals verbeamtet wird, kann die Öffnungsaktion nutzen.
Soll ich als Quereinsteiger in der GKV bleiben?
Das kann sinnvoll sein, vor allem mit Partner und Kindern, die in der GKV beitragsfrei familienversichert sind, und in einem der neun Länder mit pauschaler Beihilfe. Ohne pauschale Beihilfe zahlen Beamte den GKV-Beitrag allein, 2026 bis zu 982,31 € im Monat für die Krankenversicherung. Rechnen Sie beide Wege für Ihre Familie und den Ruhestand durch, bevor Sie sich festlegen.
Quellen
- § 48 BHO – Höchstaltersgrenze (Bund) – abgerufen 12.10.2026
- BVerfG, Beschluss vom 21.04.2015 – 2 BvR 1322/12, 2 BvR 1989/12 (Höchstaltersgrenzen)
- § 14 LBG NRW (Höchstaltersgrenze) und § 39a HG NRW (Professoren) – Fassung 04.08.2026
- Art. 23 BayBG – Höchstaltersgrenze (Bayern)
- § 18 NBG – Höchstaltersgrenze (Niedersachsen, VORIS)
- § 7 SächsBG – Höchstaltersgrenze (Sachsen, REVOSax) – Stand 01.08.2026
- § 19 LBG Rheinland-Pfalz – Höchstaltersgrenze
- § 8a LBG Sachsen-Anhalt – Höchstaltersgrenze
- Landesbeamtengesetz Brandenburg (§ 3)
- Landtag Mecklenburg-Vorpommern: Drucksache 8/5314 (§ 18a LBG M-V)
- § 14 BeamtVG – Höhe des Ruhegehalts
- § 4 BeamtVG – Entstehen des Ruhegehalts
- Anlage IV BBesG – Besoldungsordnung W (Bund) – gültig ab 01.03.2024
- BMFTR: Bundesbericht Wissenschaftliche Karrieren (BuWiK) 2025, Tabelle B4
- PKV-Verband: Beamte in der PKV (FAQ Altersgrenzen) – abgerufen 12.10.2026
- PKV-Verband: Erleichterte Aufnahme in die PKV für Beamte (Öffnungsaktion) – Stand Januar 2026
- § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit (Abs. 3a)
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Beihilfe und der Krankenversicherung von Beamten (Stand: 12. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Herausgeber: Beihilfe-Rechner.de. Beihilfe-Rechner.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.