Inhalt (8 Abschnitte)
- Pauschale Beihilfe Hamburg: die Regeln auf einen Blick
- Wer in Hamburg wählen kann – und wer nicht
- Pauschale Beihilfe in Hamburg beantragen
- Unwiderruflich: was die Hamburger Wahl bindet
- Rechenbeispiel Hamburg: GKV mit Zuschuss oder PKV mit Beihilfe?
- Pflege, Partner und Kinder in Hamburg
- Pauschale Beihilfe Hamburg: für wen eher GKV, für wen eher PKV?
- Datenstand und Änderungslog
- Hamburg zahlt seit 01.08.2018 auf Antrag 50 % des Krankenversicherungsbeitrags statt individueller Beihilfe bei Krankheit – als erstes Land („Hamburger Modell“).
- Der Zuschuss gilt für Beamte und berücksichtigungsfähige Angehörige, zur GKV oder zu einer privaten Vollversicherung (dort höchstens die Hälfte des Basistarifs); Pflege ist nicht umfasst.
- Eine Ausschlussfrist gibt es nicht, gezahlt wird aber nur für die Zukunft; die Wahl ist unwiderruflich, Beamte auf Widerruf entscheiden bei der Verbeamtung auf Probe neu.
- Modellrechnung: Ein Single mit 3.600 € Besoldung zahlt in der GKV 390,60 € statt angenommener 300 € in der PKV; ein Paar mit Kind und 3.600 € zahlt in der GKV 369 € statt 580 €.
- Beim Wechsel zu einem Dienstherrn ohne pauschale Beihilfe lebt dort die individuelle Beihilfe wieder auf – den GKV-Beitrag tragen Sie dann allein.
Die pauschale Beihilfe in Hamburg gibt es seit dem 01.08.2018 – Hamburg war das erste Land („Hamburger Modell“). Der Dienstherr zahlt auf Antrag 50 % des Krankenversicherungsbeitrags für Sie und Ihre berücksichtigungsfähigen Angehörigen, statt Beihilfe zu einzelnen Rechnungen zu leisten. Eine Antragsfrist gibt es nicht, gezahlt wird nur für die Zukunft, und die Wahl ist unwiderruflich (Stand Oktober 2026).
Pauschale Beihilfe Hamburg: die Regeln auf einen Blick
Zuständig ist das Zentrum für Personaldienste (ZPD) des Personalamts. Rechtsgrundlage ist laut Personalamt § 80 Abs. 10 des Hamburgischen Beamtengesetzes (HmbBG).
| Merkmal | Regel in Hamburg |
|---|---|
| Eingeführt | 01.08.2018 – erstes Land |
| Höhe | 50 % des Beitrags zur GKV oder zu einer privaten Vollversicherung; PKV höchstens die Hälfte des Basistarifs |
| Angehörige | einbezogen, wenn berücksichtigungsfähig (Partner: Einkünfte im Vorjahr bis 20.000 €) |
| Pflegeversicherung | nicht umfasst; bei Pflege individuelle Beihilfe |
| Antragsfrist | keine Ausschlussfrist; schriftlicher Antrag, Zahlung nur für die Zukunft |
| Bindung | unwiderruflich; Beamte auf Widerruf entscheiden bei der Verbeamtung auf Probe neu |
| Ruhestand | Zuschuss läuft weiter (Zahlung über die Versorgung), bleibt bei 50 % |
| Dienstherrnwechsel | Recht des neuen Dienstherrn; ohne pauschale Beihilfe dort lebt die individuelle Beihilfe wieder auf |
Wie sich die Länder unterscheiden, zeigt die Übersicht pauschale Beihilfe nach Bundesland. Die individuelle Beihilfe in Hamburg – 50 % für aktive Beamte, 70 % bei mehr als einem berücksichtigungsfähigen Kind, 80 % für Kinder – erklärt die Seite Beihilfe Hamburg: Bemessungssätze.
Wer in Hamburg wählen kann – und wer nicht
Die Wahl steht Beamtinnen und Beamten der Freien und Hansestadt Hamburg offen – auf Widerruf, auf Probe und auf Lebenszeit – sowie Versorgungsempfängern. Beihilfe mit 50 % erhalten laut Personalamt auch Personen im öffentlich-rechtlichen Ausbildungsverhältnis, etwa Rechtsreferendare. Ob sich für sie die Pauschale lohnt, klären Sie am besten direkt mit dem ZPD.
- Anwärter und Lehramtsreferendare: Sie entscheiden zu Beginn – und bei der Verbeamtung auf Probe noch einmal neu.
- Polizei und Feuerwehr: Sie erhalten freie Heilfürsorge; im aktiven Dienst rechnet Hamburg dafür 1,4 % des Grundgehalts auf die Besoldung an, im Vorbereitungsdienst nicht. Die Heilfürsorge kann unwiderruflich zugunsten der Beihilfe abgelehnt werden. Im Ruhestand stehen Beihilfe mit 70 % oder die pauschale Beihilfe zur Wahl.
- Justizvollzug: Beihilfe wie alle anderen Beamten.
Pauschale Beihilfe in Hamburg beantragen
1. Zugang zur GKV prüfen
Als Beamter kommen Sie nur mit einem Beitrittsrecht in die GKV (§ 9 SGB V), meist binnen drei Monaten nach dem Ende einer Pflicht- oder Familienversicherung.
2. Beide Wege rechnen
GKV-Anteil mit Zuschuss gegen PKV-Beiträge für alle Personen – heute, mit Kindern und im Ruhestand.
3. Schriftlich beim ZPD beantragen
Mit Nachweis der Krankenvollversicherung. Gezahlt wird ab dem Zeitpunkt nach Antragseingang, nicht rückwirkend.
4. Öffnungsaktion beachten
Wer die PKV braucht, sollte das vor dem Antrag klären: Nach der Wahl der Pauschale ist die Öffnungsaktion ausgeschlossen.
Weil es keine Ausschlussfrist gibt, fehlt in Hamburg der Druck, den andere Länder erzeugen. Trotzdem kostet Abwarten Geld: Wer gesetzlich versichert ist und noch keinen Antrag gestellt hat, zahlt den GKV-Beitrag bis dahin allein. Wer dagegen in die PKV will und Vorerkrankungen hat, sollte die sechs Monate der Öffnungsaktion nicht verstreichen lassen.
Unwiderruflich: was die Hamburger Wahl bindet
- Im Ruhestand: Die Pauschale läuft weiter, steigt aber nicht. In der PKV würde die Beihilfe mit der Pension auf 70 % steigen.
- Für die Familie: Spätere Ehe- und Lebenspartner oder Kinder fallen ebenfalls unter die Entscheidung.
- Beim Wechsel des Dienstherrn: Laut Personalamt gilt das Recht des neuen Dienstherrn. Gibt es dort keine pauschale Beihilfe – etwa beim Bund, in Bayern, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz oder im Saarland –, lebt die individuelle Beihilfe wieder auf. Als GKV-Mitglied zahlen Sie den Beitrag dann allein, 2026 bis zu 982,31 € im Monat für die Krankenversicherung.
- Öffnungsaktion: Nach der Wahl der pauschalen Beihilfe ist sie laut PKV-Verband ausgeschlossen.
Mehr zu den Folgen eines Wechsels lesen Sie im Ratgeber Dienstherrnwechsel und Beihilfe.
Rechenbeispiel Hamburg: GKV mit Zuschuss oder PKV mit Beihilfe?
Für Beamte gilt in der GKV der ermäßigte Beitragssatz von 14,0 % (§ 243 SGB V) plus Zusatzbeitrag, 2026 im Durchschnitt 2,9 %, auf Einnahmen bis 5.812,50 € im Monat. Hamburg trägt die Hälfte des Krankenversicherungsbeitrags. In der Pflege zahlen Sie den halben Satz: 2,4 % kinderlos, 1,8 % mit einem Kind.
| Modellfall | GKV: Ihr Anteil | PKV: Beiträge | Ergebnis pro Monat |
|---|---|---|---|
| Single, 3.600 € Besoldung | 390,60 € | 300 € | PKV 90,60 € günstiger |
| Single, 5.000 € Besoldung | 542,50 € | 300 € | PKV 242,50 € günstiger |
| Partner ohne Einkommen, 1 Kind, 3.600 € | 369,00 € | 580 € | GKV 211 € günstiger |
Der Single-Fall im Detail: 3.600 € × 16,9 % = 608,40 € Krankenversicherung, davon zahlen Sie 304,20 €; dazu Pflege 3.600 € × 2,4 % = 86,40 € – zusammen 390,60 €. Über 20 Jahre ergibt das im Szenario des Rechners (GKV +3,9 %, PKV +3,4 % pro Jahr) rund 37.400 € zugunsten der PKV. In der Familie dreht sich das Bild, weil Partner ohne Einkommen und Kinder in der GKV beitragsfrei mitversichert sind: Über 20 Jahre liegt die GKV im Szenario rund 64.300 € vorn.
Nicht in der Tabelle: der Ruhestand (PKV mit 70 % Beihilfe), Leistungsunterschiede und Ihr tatsächliches PKV-Angebot. In Hamburg sind außerdem Wahlleistungen im Krankenhaus – Chefarzt, Zweibettzimmer – nicht beihilfefähig; wer sie möchte, braucht in der PKV einen Beihilfeergänzungstarif. Ihre eigene Rechnung macht der Pauschale-Beihilfe-Rechner.
Pflege, Partner und Kinder in Hamburg
Die Pflegeversicherung ist ausgenommen: kein Zuschuss zum Pflegebeitrag, dafür individuelle Beihilfe bei Pflegebedürftigkeit und der halbe Beitragssatz in der sozialen Pflegeversicherung (§ 55 Abs. 1 S. 3 SGB XI).
Angehörige mit eigener Krankenvollversicherung zählen mit, wenn sie berücksichtigungsfähig sind. Für Ehe- und Lebenspartner liegt die Einkommensgrenze in Hamburg seit 01.01.2024 bei 20.000 € – maßgeblich sind die Einkünfte im Kalenderjahr vor dem Antrag. Liegt Ihr Partner knapp darüber, lohnt der Blick in den Ehepartner-Rechner.
Pauschale Beihilfe Hamburg: für wen eher GKV, für wen eher PKV?
Das Hamburger Modell kann passen, wenn …
- Partner und Kinder in der GKV beitragsfrei mitversichert werden können
- Ihre Besoldung niedrig ist
- eine PKV nur mit hohem Zuschlag möglich wäre
- Sie sicher in Hamburg bleiben
PKV mit Beihilfe rechnet sich eher, wenn …
- Sie Single sind oder Ihr Partner eigenes Einkommen hat
- Ihre Besoldung mittel bis hoch ist
- Ihnen 70 % Beihilfe im Ruhestand wichtig sind
- ein Wechsel zum Bund oder in ein anderes Land möglich ist
Alle Argumente für die Systemfrage sammelt der Ratgeber Beamte: GKV oder PKV? Ihren persönlichen Überblick mit Satz, Restkosten und Fristen liefert der kostenlose Beihilfe-Check.
Datenstand und Änderungslog
- 10.10.2026: Erstfassung, geprüft gegen FAQ und Merkblatt des Personalamts Hamburg zur pauschalen Beihilfe (Stand Januar 2026).
- Werte 2026: Beitragsbemessungsgrenze 5.812,50 € im Monat, Ø-Zusatzbeitrag 2,9 %, Pflege 1,8 % (kinderlos 2,4 %).
Verbindlich entscheidet das Zentrum für Personaldienste. Beihilfe-Rechner.de ist ein kostenloses Informations- und Rechnerportal, kein Angebot der Freien und Hansestadt Hamburg oder einer Beihilfestelle.
Häufige Fragen
Was ist das Hamburger Modell bei der Beihilfe?
So heißt die pauschale Beihilfe, die Hamburg am 01.08.2018 als erstes Land eingeführt hat: Statt Beihilfe zu jeder Arztrechnung zahlt der Dienstherr die Hälfte des Krankenversicherungsbeitrags – zur GKV oder zu einer privaten Vollversicherung. Andere Länder haben das Modell seitdem übernommen.
Gibt es in Hamburg eine Frist für die pauschale Beihilfe?
Nein, eine Ausschlussfrist gibt es laut Personalamt nicht. Der Zuschuss wird aber nur für die Zukunft gezahlt, nicht rückwirkend. Beamte auf Widerruf können bei der Verbeamtung auf Probe neu entscheiden.
Zahlt Hamburg die pauschale Beihilfe auch für Ehepartner und Kinder?
Ja, für berücksichtigungsfähige Angehörige mit eigener Krankenvollversicherung. Ehe- und Lebenspartner zählen nur, wenn ihre Einkünfte im Vorjahr 20.000 € nicht übersteigen. Kinder und Partner ohne Einkommen sind in der GKV meist ohnehin beitragsfrei familienversichert.
Kann ich in Hamburg mit pauschaler Beihilfe in der PKV bleiben?
Ja. Die pauschale Beihilfe gibt es auch für eine private Krankenvollversicherung, höchstens aber in Höhe der Hälfte des Beitrags zum Basistarif. Ein reiner Restkostentarif, der auf die individuelle Beihilfe abgestimmt ist, reicht dafür nicht.
Was passiert mit der pauschalen Beihilfe Hamburg im Ruhestand?
Sie läuft weiter und wird über die Versorgungsstelle gezahlt, bleibt aber bei 50 % des Beitrags. Mit individueller Beihilfe würde der Bemessungssatz im Ruhestand auf 70 % steigen.
Quellen
- Personalamt Hamburg: FAQ Pauschale Beihilfe – Stand Januar 2026
- Hamburg: Merkblatt pauschale Beihilfe
- Zentrum für Personaldienste Hamburg: Pauschale Beihilfe – Grundlagen
- Personalamt Hamburg: FAQ Beihilfe
- § 243 SGB V – ermäßigter Beitragssatz
- § 55 SGB XI – Beitragssatz der Pflegeversicherung
- PKV-Verband: Erleichterte Aufnahme in die PKV für Beamte (Öffnungsaktion) – Stand Januar 2026
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Beihilfe und der Krankenversicherung von Beamten (Stand: 13. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Herausgeber: Beihilfe-Rechner.de. Beihilfe-Rechner.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.