Inhalt (9 Abschnitte)
- Erst der Status, dann die Wahl
- Lehrer PKV oder GKV: drei Rechenbeispiele
- Wann die PKV für Lehrer passt – und wann die GKV
- Pauschale Beihilfe: die drei Punkte, die Lehrkräfte kennen müssen
- Sonderfall: Lehrerpaar, beide verbeamtet
- Vorerkrankungen: Öffnungsaktion oder GKV
- Der Blick auf den Ruhestand
- Angestellte Lehrkräfte: wann die PKV überhaupt infrage kommt
- Unsere Einordnung
- Angestellte Lehrkräfte sind gesetzlich pflichtversichert, solange ihr Jahresverdienst unter 77.400 € (2026) liegt; der Arbeitgeber zahlt die Hälfte.
- Verbeamtete Lehrkräfte sind versicherungsfrei und wählen zwischen PKV mit Beihilfe und GKV – ohne pauschale Beihilfe zahlen sie die GKV allein, bis zu 982,31 € im Monat für die Krankenversicherung.
- In neun Ländern zahlt das Land mit der pauschalen Beihilfe die Hälfte des GKV-Beitrags; die Wahl ist in der Regel unwiderruflich und schließt die Öffnungsaktion aus.
- Rechenbeispiele des Pauschale-Rechners: Single in Hamburg mit 3.600 € – PKV rund 91 € im Monat günstiger; Familie mit zwei Kindern in Niedersachsen mit 4.000 € – GKV rund 235 € günstiger (Annahmen siehe Tabelle).
Lehrer: PKV oder GKV? Angestellte Lehrkräfte haben meist keine Wahl – unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze von 77.400 € sind sie gesetzlich pflichtversichert. Verbeamtete Lehrkräfte wählen: PKV mit Beihilfe (meist 50 %) oder GKV, die sie ohne pauschale Beihilfe allein bezahlen. In neun Ländern übernimmt das Land mit der pauschalen Beihilfe die Hälfte des GKV-Beitrags – für Familien mit mitversicherten Angehörigen kann das günstiger sein (Stand Oktober 2026).
Erst der Status, dann die Wahl
Die Frage „PKV oder GKV?“ stellt sich für Lehrkräfte nur, wenn sie verbeamtet sind. Angestellte Lehrerinnen und Lehrer sind Arbeitnehmer und damit gesetzlich pflichtversichert, solange ihr regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt – 2026 sind das 77.400 €; für 2027 sind laut Kabinettsbeschluss vom 07.10.2026 84.150 € vorgesehen, die Zustimmung des Bundesrats steht aus. Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des Beitrags, Angehörige ohne eigenes Einkommen sind beitragsfrei familienversichert.
Mit der Verbeamtung ändert sich das: Sie sind in der GKV versicherungsfrei (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V) und erhalten Beihilfe. Jetzt haben Sie die Wahl – und je nach Land drei Wege.
PKV + Beihilfe
Beihilfe meist 50 %, mit zwei Kindern und im Ruhestand 70 %; Rest im Restkostentarif. Jede Person zahlt einen eigenen Beitrag.
GKV + pauschale Beihilfe
Nur in neun Ländern: Das Land zahlt 50 % des Krankenversicherungsbeitrags; Angehörige ohne Einkommen beitragsfrei. Meist unwiderruflich.
GKV ohne Zuschuss
In Bayern, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz und im Saarland: Sie zahlen den vollen Beitrag allein – bis zu 982,31 € im Monat.
Lehrer PKV oder GKV: drei Rechenbeispiele
Die folgenden Beispiele stammen aus dem Pauschale-Beihilfe-Rechner dieser Website. Die GKV-Werte sind gerechnet (ermäßigter Satz 14,0 % plus 2,9 % durchschnittlicher Zusatzbeitrag, davon 50 % Zuschuss, dazu Pflege). Die PKV-Werte sind Annahmen, die Sie im Rechner ändern können: 300 € für die Lehrkraft, 225 € für einen Partner ohne Einkommen, 55 € je Kind – keine Durchschnittswerte, keine Angebote.
| Fall | GKV eigener Anteil | PKV (Annahme) | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Hamburg, Lehrerin allein, 3.600 € brutto | 390,60 € | 300 € | PKV rund 91 € im Monat günstiger; über 20 Jahre rund 37.369 € |
| Niedersachsen, Lehrer, Partner ohne Einkommen, 2 Kinder, 4.000 € brutto | 400,00 € | 635 € | GKV rund 235 € im Monat günstiger; über 20 Jahre rund 71.830 € |
| Bayern (ohne pauschale Beihilfe), Lehrkraft allein, 5.500 € brutto | 1.061,50 € | – | GKV-Beitrag allein, ohne Zuschuss |
Die Beispiele zeigen das Muster: Für Alleinstehende gewinnt meist die PKV, für Familien mit einem Verdiener in einem Land mit pauschaler Beihilfe oft die GKV. Ohne pauschale Beihilfe ist die GKV für Beamte fast nie konkurrenzfähig. Ihre eigene Rechnung – mit Ihren Bezügen, Ihrer Familie und Ihren PKV-Angeboten – macht der Pauschale-Beihilfe-Rechner.
Wann die PKV für Lehrer passt – und wann die GKV
Eher PKV
- Sie sind allein oder Ihr Partner ist selbst versichert.
- Ihr Land zahlt keine pauschale Beihilfe.
- Sie planen Kinder: Ab dem zweiten Kind steigt Ihr Satz meist auf 70 %, im Ruhestand ebenso – Ihr PKV-Anteil sinkt.
- Ein Wechsel in ein anderes Land ist möglich.
Eher GKV mit pauschaler Beihilfe
- Ihr Land zahlt pauschale Beihilfe und Sie bleiben dort.
- Partner ohne eigenes Einkommen und mehrere Kinder wären beitragsfrei familienversichert.
- Ein normaler PKV-Antrag wäre schwierig und die Öffnungsaktion kommt für Sie nicht infrage.
- Aber: kein Anstieg auf 70 % mit Kindern oder im Ruhestand.
Für Kinder gilt eine Sonderregel: In der GKV sind sie über den gesetzlich versicherten Elternteil familienversichert. Ist ein Elternteil privat versichert, verdient mehr als der andere und liegt über einem Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze (6.450 € im Monat 2026), ist die Familienversicherung der Kinder ausgeschlossen (§ 10 Abs. 3 SGB V). Das betrifft Paare, in denen die verbeamtete Lehrkraft privat versichert ist und gut verdient.
Pauschale Beihilfe: die drei Punkte, die Lehrkräfte kennen müssen
Die pauschale Beihilfe gibt es in neun Ländern: Hamburg (seit 2018), Bremen, Berlin, Brandenburg und Thüringen (seit 2020), Baden-Württemberg (2023), Sachsen und Niedersachsen (2024) sowie Mecklenburg-Vorpommern (seit 01.05.2026). Schleswig-Holstein (2024) und Sachsen-Anhalt (2026) zahlen in Sonderformen nur einen Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung. Im Bund, in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt es sie nicht (Stand Oktober 2026).
- In der Regel unwiderruflich: Die Entscheidung gilt auch für den Ruhestand und künftige Angehörige. Ausnahmen sind Neuentscheidungen beim Wechsel vom Widerruf auf Probe in einigen Ländern und die widerrufliche Sonderform in Sachsen-Anhalt.
- Kein Anstieg auf 70 %: Der Zuschuss bleibt bei 50 % des Krankenversicherungsbeitrags – auch mit Kindern und im Ruhestand. Die Pflege wird nicht bezuschusst; dafür bleibt die individuelle Beihilfe.
- Dienstherrnwechsel: Es gilt das Recht des neuen Landes. Gibt es dort keine pauschale Beihilfe, zahlen Sie die GKV allein, und die Öffnungsaktion ist ausgeschlossen. Für Lehrkräfte, die das Bundesland wechseln könnten, ist das der wichtigste Punkt.
Antragsfristen gibt es vor allem in Baden-Württemberg (fünf Monate) und Niedersachsen (ein Jahr); in Mecklenburg-Vorpommern sollen Anwärter schon im Monat vor der Ernennung beantragen. Alle Länder im Detail: Pauschale Beihilfe nach Bundesland.
Sonderfall: Lehrerpaar, beide verbeamtet
Viele Lehrkräfte sind mit Lehrkräften verheiratet. Sind beide verbeamtet, ist jeder selbst beihilfeberechtigt und versichert seinen eigenen Restkostenanteil. Für die Kinder gilt: Den erhöhten Satz von 70 % ab zwei Kindern erhält in den meisten Ländern nur der Elternteil, der den kinderbezogenen Familienzuschlag bezieht; die Kinder selbst erhalten 80 % Beihilfe über diesen Elternteil. In Sachsen erhalten Kinder 90 %, in Hessen gilt der Familiensatz.
Wählt ein Elternteil in einem Land mit pauschaler Beihilfe die GKV, können die Kinder dort familienversichert sein – solange die Sonderregel für gut verdienende privat versicherte Elternteile nicht greift. Ein Paar kann also gemischt versichert sein, etwa eine Lehrerin in der PKV und ihr Mann mit den Kindern in der GKV. Ob das günstiger ist, hängt von Bezügen und Kinderzahl ab; die Gegenrechnung macht der Rechner für jede Variante.
Vorerkrankungen: Öffnungsaktion oder GKV
Für die PKV-Entscheidung spielen Gesundheitsangaben eine Rolle – deshalb gehören sie in ein vertrauliches Gespräch, nicht auf diese Seite. Zwei Fakten sollten Sie kennen: Über die Öffnungsaktion der PKV nehmen 16 Versicherer Beamtenanfänger innerhalb von sechs Monaten ohne Ablehnung und ohne Leistungsausschlüsse auf, der Zuschlag ist auf 30 % begrenzt. Wer stattdessen die pauschale Beihilfe wählt, verliert diese Möglichkeit. Die GKV dagegen versichert ohne Gesundheitsprüfung. Beide Wege können richtig sein – entscheidend ist, sie vor Fristablauf zu vergleichen.
Der Blick auf den Ruhestand
Im Ruhestand ändert sich die Rechnung. In der PKV steigt der Beihilfesatz meist auf 70 %, der private Anteil sinkt auf 30 %. In der GKV mit pauschaler Beihilfe zahlen Sie den halben Beitrag auf Ihr Ruhegehalt und andere Einnahmen. Ein Beispiel mit dem durchschnittlichen Ruhegehalt von 3.416 € (Destatis, 01/2025): Krankenversicherung 577,30 €, davon die Hälfte 288,65 €, dazu 61,49 € Pflege – zusammen 350,14 € im Monat, kinderlos 370,63 € (eigene Berechnung mit 16,9 % und 1,8 % bzw. 2,4 %).
Wie sich PKV-Beiträge im Alter entwickeln, hängt vom Tarif ab. Beitragsanpassungen gehören zur Realität beider Systeme; die Szenarien im Rechner rechnen mit durchschnittlich 3,4 % (PKV) und 3,9 % (GKV) pro Jahr in den vergangenen 20 Jahren – das ist keine Prognose. Die allgemeine Abwägung für alle Beamten mit weiteren Faktoren steht im Ratgeber Beamte: GKV oder PKV?
Angestellte Lehrkräfte: wann die PKV überhaupt infrage kommt
Angestellte Lehrkräfte können nur in die PKV, wenn ihr Jahresverdienst die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet. Dann erhalten sie keine Beihilfe, sondern brauchen eine Vollversicherung – mit Arbeitgeberzuschuss, 2026 höchstens 613,22 € im Monat. Für die meisten angestellten Lehrkräfte bleibt die GKV der Normalfall. Wird eine angestellte Lehrkraft später verbeamtet, beginnt mit der Ernennung eine neue Entscheidung – mit eigener 6-Monats-Frist für die Öffnungsaktion. Wie das abläuft, beschreibt die Checkliste Verbeamtung und Krankenversicherung.
Unsere Einordnung
Rechnen Sie, bevor Sie unterschreiben – vor allem in Ländern mit pauschaler Beihilfe. Drei Fragen helfen: Bleiben Sie in diesem Land? Wie sieht Ihre Familie in zehn Jahren aus? Und wie wichtig sind Ihnen Leistungen über dem GKV-Niveau? Wir sagen Ihnen auch, wenn die GKV mit pauschaler Beihilfe für Sie besser passt – wichtig ist eine Rechnung, die Sie selbst nachvollziehen können. Bringen Sie zum Gespräch mit einem Partner-Experten Ihre Bezügemitteilung, das Einkommen Ihres Partners und die Angebote mit, die Sie schon haben. Den Überblick über Beihilfe, Kosten und Landesregeln für Lehrkräfte finden Sie auf der Seite PKV für Lehrer.
Satz, Restkosten, Frist und den Stand der pauschalen Beihilfe in Ihrem Land zeigt der kostenlose Beihilfe-Check in 60 Sekunden – ohne Gesundheitsfragen.
Häufige Fragen
Sollten Lehrer in die PKV oder die GKV?
Verbeamtete Lehrkräfte ohne pauschale Beihilfe fahren meist mit der PKV günstiger, weil sie in der GKV den vollen Beitrag allein zahlen. In Ländern mit pauschaler Beihilfe kann die GKV für Familien mit mitversicherten Angehörigen günstiger sein. Angestellte Lehrkräfte unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze sind ohnehin gesetzlich pflichtversichert.
Wie sind verbeamtete Lehrer krankenversichert?
Über die Beihilfe ihres Landes und eine eigene Restkostenversicherung: Die Beihilfe trägt in der Regel 50 % der Krankheitskosten, mit zwei berücksichtigungsfähigen Kindern und im Ruhestand 70 %; den Rest versichern die meisten Lehrkräfte privat. In neun Ländern ist alternativ die GKV mit pauschaler Beihilfe möglich, bei der das Land die Hälfte des Beitrags zahlt.
Wie sind angestellte Lehrer krankenversichert?
Wie andere Arbeitnehmer: gesetzlich pflichtversichert, solange ihr Jahresverdienst unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt (2026: 77.400 €). Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des Beitrags, Partner und Kinder ohne eigenes Einkommen sind beitragsfrei familienversichert. Beihilfe erhalten angestellte Lehrkräfte nicht.
Können verbeamtete Lehrer gesetzlich versichert bleiben?
Ja, wenn sie vorher gesetzlich versichert waren und nicht austreten – die Kasse setzt die Versicherung dann als freiwillige Mitgliedschaft fort (§ 188 Abs. 4 SGB V). Ohne pauschale Beihilfe zahlen sie den Beitrag allein; in neun Ländern übernimmt das Land mit der pauschalen Beihilfe die Hälfte des Krankenversicherungsbeitrags.
Lohnt sich die pauschale Beihilfe für Lehrer?
Für Lehrkräfte mit Partner ohne eigenes Einkommen und mehreren Kindern oft, weil die Familie in der GKV beitragsfrei mitversichert ist. Für Alleinstehende und Doppelverdiener meist nicht. Bedenken Sie: Die Wahl ist in der Regel unwiderruflich, der Zuschuss steigt im Ruhestand nicht auf 70 %, und bei einem Wechsel in ein Land ohne pauschale Beihilfe zahlen Sie die GKV allein.
Was passiert, wenn ich als verbeamtete Lehrkraft in ein anderes Bundesland wechsle?
Dann gilt das Beihilferecht des neuen Landes. Hatten Sie die pauschale Beihilfe gewählt und gibt es sie im neuen Land nicht, entfällt der Zuschuss – Sie zahlen die GKV allein, und die Öffnungsaktion steht Ihnen nicht mehr offen. Ändert sich in der PKV Ihr Beihilfesatz, können Sie den Tarif binnen sechs Monaten ohne Risikoprüfung anpassen.
Quellen
- § 6 SGB V – Versicherungsfreiheit
- § 10 SGB V – Familienversicherung
- § 188 SGB V – freiwillige Mitgliedschaft
- § 55 SGB XI – Beitragssatz Pflegeversicherung
- PKV-Verband: Entscheidungshilfe individuelle oder pauschale Beihilfe – Oktober 2025
- Hamburg, ZPD: FAQ pauschale Beihilfe (Dienstherrnwechsel)
- NLBV: Informationsblatt pauschale Beihilfe – Stand 09/2025
- Destatis: Pensionärinnen und Pensionäre (PM 455) – 17.12.2025
- Stiftung Warentest: Private Krankenversicherung im Vergleich (Finanztest 3/2025) – 19.02.2025
Dieser Beitrag bietet allgemeine Informationen zu der Beihilfe und der Krankenversicherung von Beamten (Stand: 13. Oktober 2026). Er ersetzt keine individuelle Beratung. Welche Lösung zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab, z. B. Alter, Gesundheit, Einkommen und Familie. Trotz sorgfältiger Prüfung übernehmen wir keine Gewähr für Vollständigkeit und Aktualität; Gesetze und Tarife ändern sich. Herausgeber: Beihilfe-Rechner.de. Beihilfe-Rechner.de ist kein Versicherungsmakler und bietet keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung an; eine individuelle Beratung erfolgt ausschließlich durch spezialisierte Kooperationspartner mit Erlaubnis nach § 34d GewO.